25 4.1 Lohnsubventionen (Eingliederungsbeihilfen) In der Tendenz scheinen die Eingliederungsbeihilfen die Beschäftigungschancen der TeilnehmerInnen zu verbessern. Für die konkrete Ausgestaltung der Lohnsubvention legen die Evaluierungsstudien folgende Reformschritte nahe: ? Die hohen Mitnahmeeffekte (von ca. 50%)47 könnten durch eine zielgruppenspezifischere Auswahl der TeilnehmerInnen reduziert werden: Mehr Frauen, weniger Männer, mehr über 45-Jährige, we- niger Jugendliche (bis 24 Jahre) – dies wäre die Zielrichtung von notwendigen Änderungen in den Richtlinien! ? Jugendliche scheinen nur wenig oder gar nicht von Eingliederungsbeihilfen zu profitieren. 4.2 Öffentliche und gemeinnützige Beschäftigung (Sozialökonomische Betriebe, Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte) Dies ist sicherlich eines der, im internationalen Vergleich, überraschendsten Ergebnisse der Evaluie- rungsstudien – gemeinnützige Beschäftigung in Form von Sozialökonomischen Betrieben verbessert signifikant die Erwerbschancen der TeilnehmerInnen! 48 ? Diese Aussage gilt insbesondere für Ältere (über 45 Jahren) und für Frauen (generell und ältere). ? Nicht effektiv sind SÖBs offensichtlich für jüngere TeilnehmerInnen, für jüngere Männer deuten sich sogar negative Wirkungen an. ? Auch Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte entfalten offensichtlich auf keine der genannten Gruppen positive Wirkungen, es scheinen sogar (insignifikante) negative Effekt vorzuliegen. 4.3 Orientierungshilfen (Aktive Arbeitssuche, Orientierung) ? Abgesehen von Frauen im Haupterwerbsalter scheinen diese kurzen und wenig intensiven Maß- nahmen für keine TeilnehmerInnengruppe effektiv zu sein; die Anzahl der Arbeitssuchenden erhöht sich durch diese Orientierungshilfen sogar signifikant. ? Einzig dem „Job-Coaching“-Programm werden positiven Wirkungen in Bezug auf die Aufnahme von Beschäftigungsverhältnissen bescheinigt. 4.4 Qualifizierungsmaßnahmen (Aus- und Weiterbildung, Kurskosten) Aus- und Weiterbildung wird entweder durch Träger zur Verfügung gestellt oder die Arbeitslosen su- chen sich die Kurse am freien Bildungsmarkt. ? Die Unterstützung in Form einer Übernahme der Kurskosten scheint besonders effektiv zu sein, bereits 1,5 Jahren nach Kursbeginn zeigen sich signifikant höhere Werte in Beschäftigung; dies gilt insbesondere für Frauen im Haupterwerbsalter (25-44 Jahre). Für Männer und Frauen über 45 Jahre helfen Kurskostenförderungen hingegen nicht! ? Bei den Trägerkursen profitieren wiederum Frauen im Haupterwerbsalter; für Männer in dieser Altersgruppe können sie sogar kontraproduktiv sein. 47 International sind noch höhere Mitnahmeeffekte von Lohnsubventionen durchaus nicht unüblich! 48 Dies ist eine Aussage, die sich auf die Sozialökonomischen Betriebe bezieht, wie sie vor ca. 10 Jahren ausgestaltet waren. Gegenwärtig sind ein Großteil dieser Programme so genannte „SÖBÜ“, d.h. diese Maßnahmen werden zu einem großen Anteil von (gemeinnützigen) Arbeitskräfteüberlassern angeboten.