wien.arbeiterkammer.at D I E V E R T E I L U N G V O N V E R M Ö G E N I N Ö S T E R R E I C H | 3 Die Verteilung von Ver mögen in Österreich DIE HAUPTAUSSAGEN IN KÜRZE: VIELE HABEN WENIG UND WENIGE HABEN VIEL 1. Die Mittelschicht hat bei Vermögen, im Gegensatz zu Einkommen, nur einen schmalen Teil des Gesamtvermögens. Die untersten 50% besitzen weniger als 5% vom privaten Vermögen. 5% der Haushalte sind Euro- Millionäre und besitzen zusammen fast die Hälfte des Gesamtvermögens von etwa 1 Billion Euro. 2. Die Schieflage in der Vermögensverteilung wird sogar noch unterschätzt. In den neuen Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), den besten verfügbaren Informationen zur Vermögensverteilung, wurden sehr vermögende Haushalte nicht überproportional in die Stichprobe einbezogen. So ging etwa kein Stiftungsvermögen in die OeNB-Studie ein. Da die Konzentration gerade an der Spitze der Vermögensverteilung extrem steigt, ist die Ungleichverteilung stark unterschätzt. 3. Vermögen sind nicht leistungsgerecht verteilt; ver mögensreiche Haus- halte erben mehr und öfter. Während von den vermögensärmsten 20% der Haushalte nicht einmal 10% erbten, waren es bei den reichsten 20% beinahe zwei Drittel. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Höhe der Erbschaften. Für die vermögensärmsten 40% betrug das Erbe in der Mitte etwas über 14.000 Euro, während sich die mittleren Erbschaften der vermögensreichsten 20% um 240.000 Euro bewegten. 4. Die Ungleichheit wird von 90% der Menschen in Österreich als zu hoch empfunden. Es gibt tatsächlich triftige Gründe, die Vermögensverteilung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen: Eine gerechtere Verteilung wirkt sich positiv auf wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität, auf Gesund- heit, Zufriedenheit und das Bildungsniveau, auf die Sicherheit und den sozialen Frieden, sowie auf demokratische Prozesse aus. 5. Vermögenssteuern sind ein Beitrag von jenen, die es sich leisten können, zur Finanzierung der gemeinschaftlichen Aufgaben. Weil die Vermögen in Österreich so stark konzentriert sind, würden Vermögenssteuern nur einen sehr kleinen Kreis der Bevölkerung treffen, und dennoch substan- zielle Einnahmen bringen. Sie können auch effizient eingehoben werden. Vermögenssteuern stellen so einen wichtigen Schritt hin zu mehr Chancen gleichheit, Leistungs- und Steuergerechtigkeit dar.