wien.arbeiterkammer.at D I E V E R T E I L U N G V O N V E R M Ö G E N I N Ö S T E R R E I C H | 1 1 Hintergrundinformationen zur Vermögenserhebung Es floss kein Vermögen aus Privatstiftungen in den HFCS für Öster­ reich mit ein, und es ist kein einziger Milliar­ därs­Haushalt erfasst worden. Sowohl das Gesamtvermögen als auch die Ungleichver­ teilung werden daher von dieser Seite stark unterschätzt. chen Interviews erhoben, und strenge Qualitätsrichtlinien bei der Auswahl der Interviewerinnen und Interviewer, der Schulung, der Feldzeit und der Daten- kontrolle und -validierung angelegt. Somit entspricht der HFCS den Qua- litätskriterien der amtlichen Statistik. Eine große Zahl von veröffentlichen Daten der Statistik Austria beruht eben- falls auf empirisch erhobenen Bevölke- rungsdaten, wie etwa der Mikrozensus, die Armutsdaten (EU-SILC), die Kon- junkturerhebung, und die Preis- und Konsumstatistik. 5. Was sind die größten Heraus­ forderungen bei Vermögenser­ hebungen und wie wird damit beim HFCS umgegangen? Zwei zentrale Schwierigkeiten sind die Teilnahmeverweigerung von Haushalten (Unit-Non-Response) und die Nichtbe- antwortung von einzelnen Fragen (Item- Non-Response). Wenn diese Probleme bei Haushalten aus allen Vermögens- schichten mit der gleichen Wahrschein- lichkeit auftreten würden, könnten sie statistisch gelöst werden, indem fehlen- de Information geschätzt wird. Allerdings lehnen vermögende Haushal- te eine Teilnahme an Untersuchungen zu Einkommen und Vermögen häufiger ab und verweigern öfter Antworten. Da das Vermögen aber stark auf wenige Haushalte konzentriert ist, fehlen Daten am oberen Ende der Verteilung gänzlich. Das Vermögen jener Haushalte, deren Vermögen über dem höchsten beob- achteten Wert liegt, kann nämlich nicht geschätzt werden. So floss kein Vermögen aus Privatstif- tungen in den HFCS für Österreich mit ein, und es ist kein einziger Milliardärs- Haushalt erfasst worden. Sowohl das Gesamtvermögen als auch die Ungleich- verteilung werden daher von dieser Seite stark unterschätzt. Eine mangelnde Erfassung ist auch am unteren Ende der Verteilung zu erwar- ten, etwa weil Personen in Anstalten oder ohne Anschrift von vornherein aus der Erhebung ausgeschlossen sind. Da- durch wird die Ungleichverteilung noch stärker unterschätzt. Allerdings macht die Untererfassung am unteren Rand für die Höhe des Gesamtvermögens al- ler Wahrscheinlichkeit nach kaum einen Unterschied. Bewusste Fehlangaben der Auskunfts- personen oder der Versuch der Irre- führung sind hingegen ein geringeres Problem. Dank vielfältiger Computer- unterstützter Plausibilitätstests und Kreuzkontrollen können sie üblicherwei- se schon während der Interviews identi- fiziert werden. Das gravierendere Problem ist somit die Unterschätzung hoher Vermögen. Bei ei- ner erneuten Erhebung ist es deshalb un- bedingt notwendig, so wie international und auch in vielen Euroländern im Rah- men des HFCS üblich, gezielt mehr ver- mögensreiche Haushalte in die Stichpro- benziehung aufzunehmen, um auch die extrem reichen Haushalte zu erfassen. © li gh tp oe t - F ot ol ia .c om