„Also, ich würde das zu einer verpflichtenden Schulveranstaltung machen, wenn ich könnte!“ Seite 6 Die Bewerbungstrainings von Arbeitswelt und Schule 2 Bewusstsein über Interessenvertretung Bewusstsein über Interessenvertretung im Allgemeinen oder im Speziellen gibt es nach Einschätzung der interviewten Lehrerinnen in diesem Alter noch gar nicht. Zwar ist beispielsweise der Arbeitsvertrag Teil des Lehrstoffes für Geografie, ebenso Interessenvertretungen, allerdings lernen das die SchülerInnen als Schulwissen bzw. „Stoff“, weil es zur Prüfung kommt – und vergessen es dann wieder. Die Trainerin verweist auch darauf, dass die verschiedenen Institutionen wohl nicht oder kaum differenziert wahrgenommen werden. Das sei wohl erst ab 16 oder 17 Jahren wirklich möglich. Die AHS-Lehrerin nimmt größeres Bewusstsein erst ab ca. der 7. Klasse wahr, hat aber den Eindruck, dass die SchülerInnen politisch sehr desinteressiert sind: es „prallt an ihnen ab, oder sie lernen es halt“, Anliegen ist es aber Keines. Auch diesbezügliche Erfahrungen, die die SchülerInnen zu Hause machen hat sie noch nie wahrgenommen. Allerdings wird es als wichtig eingeschätzt, entsprechendes Bewusstsein zu wecken und Informationen zu bieten. Ab 15 Jahren arbeiten viele SchülerInnen im Sommer, im Zuge dessen könnte ihnen beispielsweise nahe gebracht werden, dass es gewerkschaftliche Angebote gibt. Für die SchülerInnen in der KMS ist lediglich das AMS eine bekannte arbeitsmarktrelevante Institution. Dass die Arbeiterkammer Anbieterin dieses Bewerbungstrainings ist wissen die SchülerInnen, weil es ihnen zuvor von den Lehrerinnen bzw. im Training gesagt wurde. Allerdings schränken die befragten Lehrerinnen ein, dass die SchülerInnen damit weiters nichts verbinden und es ihnen auch egal ist, wer das veranstaltet oder finanziert, woher die TrainerInnen sind oder wem das Gebäude gehört. An anderen Institutionen mit Angeboten in den Bereichen Berufsorientierung und Berufseinstieg sind den Lehrerinnen WIFI und AMS, Sprungbrett, Best und L14 sowie Angebote von Banken bekannt. Es wird aber auch wiederholt hingewiesen, dass die SchülerInnen selbst im Internet surfen und recherchieren und dieses Medium bzw. das Nutzungsverhalten nicht nur gering geschätzt werden darf. Der Berufsinformationstest am WIFI, der von einer Lehrerin mit einer vierten Klasse absolviert wurde wird als schlecht eingeschätzt, auch die SchülerInnen haben über die Ergebnisse eher gelacht. Vermutlich gewinnen die SchülerInnen bei diesem Test am Computer keine neuen Ideen. Die „BEST“ wird als besonders für die Oberstufe sinnvoll geschätzt. Obwohl die Information dort sehr geballt ist, lernen viele Neues kennen, das sie interessiert. Weiters bekannt sind Berufsinformationsfilme von der AUVA, die werden in der AHS auch gezeigt. Die Lehrerin räumt aber ein, dass diese wohl nicht auf großes SORA Institute for Social Research and Analysis