www.arbeiterkammer.at J u n i 2 0 1 3 | 11 Die Wirtschaft interagiert vielfältig mit der natür- lichen Umwelt. Dadurch wird zunehmend die physische Basis des Wirtschaftens gefährdet. Rockström et al. (2009) zeigen das Ausmaß der Einflussnahme der Menschen auf natürli- che Systeme. Auf mehreren Ebenen besteht eine globale Bedrohung, z.B. Versauerung der Ozeane, globale Frischwasserübernutzung, Störung des Phosphorzyklus. In drei anderen Bereichen – Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Störung des Stickstoffzykluses – haben wir scheinbar den von NaturwissenschafterInnen als sicher eingestuften Bereich (safe operating space) bereits verlassen (siehe Abb. 1). Mit Business- as-Usual sind wir also auf Kurs für gleich mehrere globale Umweltdesaster. Abbildung 1: Menschliche Beeinflussung der Natur Die anthropogenen Veränderungen von Klima, Land, Meere und Biosphäre der Erde sind nun so gravierend, dass das Konzept eines neu- en geologischen Zeitalters, des Anthropozäns, seit einem Jahrzehnt breit und ernsthaft dis- kutiert wird (Steffen et al., 2011, Tickell, 2011, Zalasiewicz et al., 2011). Unser derzeitiges Zeitalter, das Holozän („das völlig Neue“), wurde demnach zur Industriellen Revolution vom Anthropozän („Zeitalter des Menschen“) abgelöst. Als Ausweg aus dem Dilemma, Wirt- schaftswachstum zu brauchen ohne die Um- welt zerstören zu wollen, wird oft die Entkopp- lung gesehen (siehe Abb. 2). Umwelttechnologie hilft dabei, ressourceneffizienter zu produzieren. Material- und Energieintensität ist in vielen Ländern in den letzten Jahrzehnten gesunken. Der Materialverbrauch pro produzierter Einheit BIP ist zwischen 1975 und 2000 um 30 – 45 % gesunken. Relative Entkopplung von BIP und Ressourcenverbrauch ist also gelungen. produktLebensdauer aus ökoLoGisch-ökonomischer sicht Sigrid Stagl