www.arbeiterkammer.at J u n i 2 0 1 3 | 31 Sepp Eisenriegler, Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z „Geplante Obsoleszenz ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Eisberg selbst heißt kapitalistische Marktwirtschaft. Die Hersteller und der Elektrohandel maximieren ihre Profite auf Kosten kom- mender Generationen: Dabei ist es ethisch nicht vertretbar, dass immer mehr Ressourcen ver- schwendet werden, um immer kurzlebigere Produkte in den Markt zu drücken! Die KonsumentIn- nen brauchen – verführt von der Werbewirtschaft – Statussymbole: Sie geben Geld aus, das sie nicht haben, um Produkte zu kaufen, die sie nicht brauchen. Nur um Leute zu beeindrucken, die ihnen eigentlich egal sind!“ Manfred Müllner, FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie „Kein Markenhersteller kann es sich erlauben, bei seinen Produkten auf ‚geplanten Verschleiß‘ zu setzen. Der harte Wettbewerb im Markt würde solch eine verbraucherfeindliche Produktstrategie sofort bestrafen, weil sich die Kunden dann einer anderen Marke zuwenden. Eine ‚geplante Obso- leszenz‘ ist somit in keinster Weise Teil der Unternehmensstrategien bei Entwicklung und Herstellung von Produkten. Im Gegenteil: Unterschiedliche Nutzerprofile bei Produkten machen es darüber hinaus schlicht unmöglich, ein ‚Ablaufdatum‘ eines Produktes überhaupt zu timen. Elektronische Produkte sind ein komplexes Zusammenspiel von Design und Konstruktion – das heißt es gibt Grenzen wie ein Produkt aussieht und was es kann. Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und hat nichts mit dem unnötigen Ausfall eines Produkts vor Ablauf seiner Gesamtlebensdauer zu tun. Viele Hersteller bieten zudem ausreichende Garantien bei ihren Produkten und machen den Kunden so auch noch einmal die Langlebigkeit der Produkte deutlich. Geplante Osoleszenz ist kein nachgewiesenes Massenphänomen sondern ein Mythos.“ Stefan Schridde, Vorstand von MURKS? NEIN DANKE! e.V. „Geplante Obsoleszenz schadet allen. Die kaufende Gesellschaft erwartet zu Recht nachhaltige Produktqualität. Konkrete Beispiele belegen die Hinfälligkeit der Herstellerargumentation. In der werdenden Kreislaufgesellschaft gibt es keinen Endverbraucher. Haltbarkeit ist der stärkste Hebel für Nachhaltigkeit. Wer der Natur Ressourcen entnimmt, trägt Verantwortung für deren Verwendung.“ Gabriele Zgubic-Engleder, Arbeiterkammer Wien „In einer Onlineumfrage des Vereins für Konsumenteninformation im Frühjahr 2013 glauben 56 % der TeilnehmerInnen, dass die Lebensdauer von Produkten künstlich verkürzt wird. Als häufigste Produkte bei denen ein eingebautes vorzeitiges Ablaufdatum vermutet wird, werden elektronische Unterhaltungsgeräte genannt. KonsumentInnen wünschen sich aber langlebige und vor allem leicht reparierbare Produkte. ‚Reparieren statt wegwerfen‘ ist ein immer stärker wachsendes Bedürfnis von KonsumentInnen, dem die Unternehmen derzeit leider nicht Rechnung tragen.“ statements zum thema