25 der sechs Komponenten des JQI erkennbar sind. Diese entwickeln sich allerdings in verschie- dene Richtungen: Die Lohnkomponente sinkt merkbar, was darauf hindeutet, dass die Kauf- kraft eines Durchschnittslohns insgesamt gefallen ist und/oder dass seine Verteilung unglei- cher geworden ist. Noch merkbarer ist aber der Anstieg von Teilzeitarbeit, befristeten Beschäftigungsverhältnissen und/oder der Zahl von Personen, die berichteten, unfreiwillig solchen Arten von Beschäftigung nachzugehen. Darüber hinaus hat sich die Zahl von Be- schäftigten, die befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, signifikant erhöht. All dies sind klare Anzeichen für den Verhandlungsmacht-Effekt. Abbildung 1: Ergebnisse des Job Quality Index für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten Andererseits hat sich die Arbeitsplatzqualität insofern erhöht, als überlange Arbeitszeiten re- duziert wurden und sich mehrere Aspekte der Arbeitsintensität verbessert haben. Außerdem scheint die Autonomie am Arbeitsplatz zugenommen zu haben. Der Grund dafür liegt wahr- scheinlich darin, dass Arbeitsplätze mit wenig Autonomie (z. B. am Bau) überdurchschnittlich stark abgebaut wurden (Kompositionseffekt). Die Werte für die anderen beiden Dimensionen (Entwicklung von Kenntnissen und Fähigkeiten sowie kollektive Interessenvertretung) gingen nur in sehr geringem Ausmaß zurück. Ergebnis 2: Das Niveau der Arbeitsplatzqualität ist europaweit nach wie vor extrem unterschiedlich Abbildung 2 zeigt die JQI-Gesamtergebnisse für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten in den Jahren 2005 und 2010. Die überaus große Schwankungsbreite im Ländervergleich (zwischen 0,3 und 0,8 auf unserer Skala von 0 bis 1) hat sich nicht grundlegend verändert – und das, obwohl sich Polen, das Land, das 2005 die schlechtesten Ergebnisse aufwies, am deutlichsten gesteigert hat. Abgesehen von Polen zeigten sich in einer relativ gemischten Ländergruppe (angeführt von der Tschechischen Republik, Belgien und Dänemark) eher kleinere Verbesserungen bei der gemessenen gesamten Arbeitsplatzqualität. Am deutlichsten verschlechterten sich die Daten für Irland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Schweden. 0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 Löh ne un fre iwi llig e a typ isc he Bes chä ftig un g ( inv ert ier t) Arb eit sze it u nd Wo rk- Life -Ba lan ce Arb eit sbe din gu ng en un d Arb eit spl atz sic he rhe it Ken ntn isse , Fe rtig kei ten un d Kar rie ree ntw ick lun g kol lek tive Int ere sse nve rtre tun g JQ I ge sam t (an ge pas st) 2005 2010