thema www.arbeiterkammer.at E n tw i c k lung d E r Vo r s tand sV E rgü t ung i n d E n at X- u n t E rn EhmEn | 9 Pensions- sowie Abfertigungs- und Ab- findungszahlungen sind demnach nicht von der individuellen Offenlegung umfasst. Die Schutzklausel 5 – d.h. keine Gesamtver- gütungsangabe, wenn weniger als drei Per- sonen im Vorstand tätig sind – findet keine Anwendung. Bisher waren vergleichbare Bestimmungen lediglich als Soft-Law im Ös- terreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 31) verankert. Allerdings haben sich an der gesamten Börse im Jahr 2012 lediglich 39,7% der Unternehmen an die entsprechen- de Regel gehalten, während 60,3%6 aller Börsenunternehmen die Einzelbezüge der Vorstände nicht gesondert offengelegt haben. Wie die veröffentlichten Geschäftsberichte der ATX-Unternehmen7 im Frühjahr 2013 zei- gen, steigerte das Gesetz die Berichtsfreude folgender Unternehmen: n AMAG n Andritz n Lenzing n Mayr-Melnhof n Österreichische Post n Raiffeisen Bank International n Schoeller Bleckmann und n Vienna Insurance 5 gem. § 241 Abs. 4 UGB 6 Kodex-Report 2012 – Zehn Jahre Corporate Governance; AK-Wien (Oktober, 2012) 7 Die beiden Unternehmen EVN und Immofinanz müssen sich aufgrund des abweichenden Wirtschaftsjahres erst im Geschäftsbericht 2012/2013 an die neue Regelung halten und geben die Bezüge des Vorstandes noch nicht individuell an. as 2. Stabilitätsgesetz (BGBl I Nr. 35/2012), das am 30. März 2012 vom Bundes- rat beschlossen wurde, bringt in der Frage der Vorstandsvergütung neue Regelungen in Bezug auf n Angemessenheit (Grundsätze für Bezüge der Vorstandsmitglieder gem. §78 Abs. 1 AktG) und n Transparenz (Einzelveröffentlichung gem. §243b Abs. 2 Z3 UGB) Die Änderungen sind mit 1. Juli 2012 in Kraft getreten und gelten damit für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 begon- nen haben. Damit ist erstmals für das vorlie- gende Geschäftsjahr 2012 eine umfassende Evaluierung möglich. 3.1 EinZElVEröFFEntlichung (gEm. §243b abs. 2 Z3 ugb) Was in Deutschland mit dem Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG) vom August 2005 schon einige Jahre verpflichtend ist, gilt nun erstmalig für österreichische Vorstände: Laut §243b Abs. 2 Z3 UGB müssen im Corporate Governance- Bericht die Gesamtbezüge der einzel- nen Vorstandsmitglieder (gem. § 239 Abs.1 Z4 lit. a UGB definiert als Gehälter, Gewinnbeteiligungen, Aufwandsentschädi- gungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und Nebenleistungen jeder Art) offenge- legt werden. 3 nEuE gEsEtZE Zur Vorstands- VErgütung ab 2012 in kraFt d in Euro 2010 2011 2012 11/12 ? ATX-Vorstandsgage 1.136.310 1.268.661 1.350.995 + 6,5 % österreichisches Medianeinkommen3 26.628 27. 036 27. 820 + 2,9 % Vorstandsgage: Medianeinkommen 1: 43 1: 47 1: 49