16 3. Verfahren A. Verfahren der Erstellung des Corporate Governance Kodex Der Arbeitskreis betont, dass bei Erstellung des CG-Kodex „besonderer Wert auf einen möglichst breiten und transparenten Diskussionsprozess unter Einbindung aller involvierten Interessensgruppen gelegt“37 wurde. Hervorzuheben ist dabei die Vornahme von sog. „Public Postings“.38 Diese sollen „alle Kapitalmarktteilnehmer und kapitalmarktinteressierte[n] Personen und Institutionen ein[...]laden, Anmerkungen zu den geplanten Änderungen abzugeben.“ Die Stellungnahmen sind innerhalb einer vorgegebenen Frist an das Büro des Beauftragten für Kapitalmarktentwicklung und Corporate Governance zu übersenden. Es werden also die geplanten Änderungen des CG-Kodex auf der Website publiziert und in eine Form von Begutachtung geschickt. Auch damit soll ein demokratischer Prozess stattfinden. In der Maßnahme des Public Postings erschöpfen sich sodann auch die demokratischen Vorkehrungen in Hinblick auf das Verfahren zur Änderung des CG-Kodex. Ausgangspunkt bei einer demokratischen Betrachtung des CG-Kodex- Änderungsverfahrens ist der Mangel an expliziten Verfahrensregelungen für den Arbeitskreis selbst. Es sind also die Beschlussfassungsmechanismen des CG- Arbeitskreises nicht bekannt. Ausgehend von den fehlenden Verfahrensregeln besteht überdies keinerlei Transparenz in Hinblick auf die abgehaltenen Sitzungen. Es gibt weder publizierte Tagesordnungspunkte noch überblicksartige Sitzungsprotokolle; ein echter Mitschnitt der Diskussion ist idZ ohnedies nicht notwendig. Auch Abstimmungsergebnisse werden nicht publiziert. Eine Öffnung in Bezug auf die internen Prozesse besteht idS auf keine Art und Weise. 37 http://www.wienerborse.at/corporate/index.htm. 38 Schenz/Eberhartinger, Die Weiterentwicklung des Österreichischen Corporate Governance Kodex, in ders (Hrsg), Corporate Governance in Österreich (2012) 29 (31).