27 5 KURZDARSTELLUNG DER AUSWIRKUNGEN EINER REDUZIERUNG BZW. ERHÖHUNG VON MITTELN DER WOHNBAUFINANZIERUNG 5.1 ERHÖHUNG DER FÖRDERMITTEL UM 10% Durch Erhöhung der Förderungseinnahmen um insgesamt 10% stünden den Ländern zusätzliche Mittel in Höhe von rund 200 Mio. Euro (Erhöhung der Zweckzuschüsse des Bundes um 178 Mio., relative Erhöhung eingesetzter Landesmittel, zweckgemäße Ver- wendung der Förderungsrückflüsse), also insgesamt rund 2,8 Mrd. Euro zur Verfügung und damit keine ausreichenden Mittel zur Erzielung der in den Kapiteln 3 und 4 darge- stellten Förderungseffekte. Abgesehen davon wurden im Rahmen einer FGW-Studie8 diverse, durch Einsatz von Wohnbauförderungsmitteln erzielbare Beschäftigungseffekte eingehend untersucht. Es konnte nachgewiesen werden, dass mit einer Steigerung der gesamten Förderausgaben um Euro 1 Mio. in etwa 54 Arbeitsplätze induziert werden können (mit einer Elastizität von ca. 0,6, d.h. 1% Steigerung der Förderausgaben würde zu etwas mehr als 0,6% Aus- weitung der Beschäftigung führen). Bei Betrachtung der einzelnen Sparten liegt in etwa in dieser Höhe auch die Elastizität im Bauhauptgewerbe. Das Bauhilfsgewerbe ist ebenfalls in diesem Ausmaß betroffen, während das Kleinnebengewerbe (definitionsgemäß Unter- nehmen des Haupt- und Hilfsgewerbes mit weniger als 10 bis 15 Beschäftigten) eine Elastizität von weniger als 0,5 aufweist. Daher profitieren Haupt- und Hilfsgewerbe am meisten von einer eventuellen Ausweitung der Wohnbauförderung, sind aber im Fall ei- ner Reduktion hier auch stärker betroffen als das Kleingewerbe. Es gelang auch festzu- stellen, wie die Beschäftigung in den einzelnen Sparten des Bauwesens auf Veränderun- gen in den Schienen Neubau- und Sanierungsförderung reagiert. Im Wohnungsneubau schlägt die Förderung gleichfalls im Hauptgewerbe stärker zu Buche als im Kleinneben- gewerbe, im Hilfsgewerbe wiederum stärker als im Hauptgewerbe. Demnach bringt eine Steigerung der Förderausgaben im Neubau um 1% knapp über 0,6% zusätzliche Ar- beitsplätze im Haupt- und Hilfsgewerbe insgesamt, daher würde € 1 Mio. zusätzliche För- derausgaben für den Neubau in etwa 60 zusätzliche Arbeitsplätze induzieren (ca. 8 im Hauptgewerbe, 17 im Kleinnebengewerbe und 30 bis 40 im Hilfsgewerbe). In der Sanierung hingegen zeigt sich, dass die Beschäftigung gegenüber einer Änderung der Sanierungsförderung weit weniger stark reagiert als im Wohnungsneubau. Insgesamt würde eine 1%-Steigerung der Ausgaben für Sanierungsförderung einen eher geringfügi- 8 S. Bauernfeind, W. Amann, E. Deutsch, A. Yurdakul. Wohnbauförderung und Beschäftigung. Auswir- kungen unterschiedlicher Förderungsschienen auf die Beschäftigung am Bau. Wien, 2002.