40 In Belgien wurde die ursprünglich dreijährige Frist mit 1.1.2013 auf fünf Jahre erhöht (Foblets et al. 2013, 9). Mit der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetztes im Jahr 2000 wurde die Wartefrist in Deutschland von zehn Jahren auf acht Jahre herabgesetzt. Sie verkürzt sich auf sieben Jahre, wenn ein Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei „besonderen Integrationsleistungen“ kann in Deutschland die Frist auf sechs Jahre verkürzt werden. Hierfür müssen entweder besonders gute Deutschkenntnisse oder ein längeres ehrenamtliches Engagement bei einer gemeinnützigen Organisation bzw. bei einem Verein nachgewiesen werden (Hailbronner 2012, 8, 11). Dänemark ermöglicht AusländerInnen die Einbürgerung erst nach neun Jahren und gehört diesbezüglich, da es nicht wie Italien oder Spanien großzügige Ausnahmeregelungen für bestimmte ethnische Gruppen kennt, zu den restriktivsten der EU-15 Staaten (Ersb?ll 2013, 28). Die Schweiz ist der einzige Staat in Europa, der einen längeren Mindestaufenthalt als Österreich fordert, nämlich 12 Jahre, wobei die Jahre zwischen dem zehnten und zwanzigsten Lebensjahr doppelt gezählt werden (Achermann et al. 2010, 1).12 Das Erfordernis eines mindestens zehnjährigen Aufenthalts, ohne Ausnahmeregelungen für bestimmte ethnische Personengruppen, gibt es europaweit nur in Österreich, Litauen, Moldawien und Slowenien (Goodman 2010, 8). Die folgende Tabelle bietet einen Überblick der Mindestaufenthaltsdauer, die die Vergleichsstaaten in der Regel für die Einbürgerung fordern: 12 Die Schweiz hat im Gegensatz zu Österreich nicht die Europäische Konvention über die Staatsangehörigkeit vom 6.11.1997 ratifiziert, die eine Höchstaufenthaltsdauer von zehn Jahren festlegt. 0 2 4 6 8 10 12 5 5 5 5 5 8 9 10 10 10 12 Ja hr e Mindestaufenthaltsdauer