In Tabelle 2 sind 34 mögliche Maßnahmen und deren Eigenschaften und potenzielle Umsetzer gelistet. An welche Ausgestaltung der gelisteten Maßnahmen im Konkreten gedacht wird, wird im Folgenden beschrieben. Diese Beschreibung ist notwendig, um eine entsprechende qualitative Bewertung der Maßnahmen vornehmen zu können. 1. Aufrechterhaltung der Bahninfrastruktur in der Fläche Seit Ende 2010 wurden seitens der RCA ausgewählte Güterumschlagsstellen geschlossen und an weiteren ausgewählten Umschlagsstellen die Abwicklung der Waggons empfindlich verteuert. Es existieren Pläne zur weiteren Schließung von Umschlagsstellen. Das Rückgrat des in Europa vergleichsweise hohen Schienenanteils in Österreich ist jedoch die Flächenbedienung durch die Bahn. Diese ermöglicht (unter anderem) eine gute Auslastung auch auf dem Hauptnetz. Die Bedienung der Fläche ist jedoch zum Teil unwirtschaftlich und wird aus diesem Grund seitens der RCA nicht aufrechterhalten. Jede Schließung von Umschlagsplätzen bedeutet jedoch eine Verlagerung der bislang über diese Umschlagstelle abgewickelten Bahntransporte auf die Straße. Sehr oft folgt der Schließung von Umschlagsplätzen die Stilllegung und zum Teil auch der Abbau der Schieneninfrastruktur. Damit ist es nicht mehr möglich, zukünftig Schienengüterverkehr in diesen Regionen zu lukrieren, auch wenn sich die Rahmenbedingungen durch anderen Maßnahmen entsprechend ändern. Die Aufrechterhaltung der Schieneninfrastruktur in der Fläche (auch wenn der Betrieb des Güterverkehrs reduziert oder eingestellt wird) ist somit eine wesentliche Basis, um mit Maßnahmen, die den Schienengütertransport unterstützen (siehe nachfolgende Maßnahmen), überhaupt die gewünschten Verlagerungseffekte erzielen zu können (wo keine Infrastruktur, da kein Schienengüterverkehr auf der Schiene). Die Schieneninfrastruktur in Österreich ist überwiegend im Besitz der öffentlichen Hand. Damit ist die nationale öffentliche Hand hauptverantwortlich für die (zukünftige) Bereitstellung der Infrastruktur Über Fördermittel für den Ausbau von Bahninfrastruktur spielt auch die EU eine wichtige Rolle in der Gestaltung der Schieneninfrastruktur. Derzeit werden Gelder nur für internationale Magistralen zur Verfügung gestellt. Die Nichtberücksichtigung des untergeordneten Schienennetzes in der Förderpolitik der EU gibt der Einstellung von Nebenbahnen einen Vorschub. 2. Berücksichtigung der Schieneneigenschaften in der Supply Chain Planung Um eine nachhaltige Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu erzielen, ist es notwendig, die verlagerten Transporte gleich zu Beginn erfolgreich im Sinne sowohl des Logistikdienstleisters als auch der verladenden Wirtschaft durchzuführen. Dies erfordert die Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Straßen- und Schienentransport und der „Eigenheiten“ des Schienentransports bereits bei Beginn der Planung der kompletten Supply Chain. Dabei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass: die Schiene generell weniger flexibel ist, das Schienennetzwerk und die Verladestellendichte deutlich geringer als bei der Straße sind und Zugang und Betrieb stärker reguliert sind.