wien.arbeiterkammer.at | 9 Positiv ist, dass in Österreich immer mehr Frauen erwerbstätig sind. Die Be- schäftigungsquote ist in den letzten 20 Jahren von 58% auf 67% gestiegen. Trotzdem sind Frauen auf dem Arbeits- markt schlechtergestellt: Sie arbeiten häufiger in Teilzeit – die Teilzeitquote bei Frauen liegt bei 47%, bei Männern nur bei 9% – und tragen oft die Hauptlast bei Betreuungspflichten. Das macht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie überwiegend zur Frauensache. Handlungsbedarf besteht vor allem beim Einkommen von Frauen im Vergleich zu den Männern: Der Gender Pay Gap beträgt beim Berufseinstieg rund 12%, nach 15 Jahren liegt dieser bereits bei 43%. Das hängt neben der Arbeitszeit und den betreuungsbedingten Unter- brechungen auch mit den gewählten Berufsfeldern von Frauen zusammen. Weiterlesen ab S. 28 Von einer GleicHstellunG zWiscHen FrAuen und männern AuF dem ArbeitsmArkt ist mAn in ÖsterreicH immer nocH Weit entFernt dAs WicHtiGste AuF einen blick: 2. Halbjahr 2015 dAHer Fordert die ArbeiterkAmmer: Die Aufwertung von „traditionellen Frauenberufen“ bei Einkommen und in Bezug auf Anerkennung. Aber auch eine verstärkte gendersensible Bildung, um die Berufswahl ab- seits der „klassischen Geschlechterstereotypen“ zu stärken. Förderung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen speziell für Frauen, die auf eine nach- haltige Verbesserung ihrer Erwerbssituation ausgerichtet sind, wie in etwa Frauen- berufszentren des AMS, modulare Ausbildungsprogramme wie „Kompetenz mit System“ oder auch das „Frauen in die Technik“-Programm. Die Anrechnung des PartnerInnen-Einkommens muss deutlich entschärft bzw. ab- geschafft werden; diese Regelung führt dazu, dass Menschen nach dem Arbeitslosengeld- bezug von 20 bis max. 52 Wochen oft gar keine Leistung mehr bekommen, und sie trifft insbe- sondere Frauen. Männerwerte 1999 2013 Gender Gap: Diff erenz zwischen Frauen und Männern in % der Männerwerte Frauen erzielen ... % der Einkommen der Männer " ! -12% 88% -43% 57% Quelle: Synthesis, 2015