2 Ausgabe 4/2012 Kontinuierlicher Anstieg seit Mitte der 1990er Jahre Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist seit Mitte der 1990er-Jahre ununterbrochen ange- stiegen. Waren es 1994 noch 117.000 Personen, so stieg die Zahl bis 2011 auf 283.000, ein Zuwachs von fast 150 % (siehe Abbildung 1)! Besonders stark war der Anstieg mit fast 11 % zwischen 2007 und 2008, als die Anmeldepflicht für neue Beschäftigungsverhältnisse vor dem 1. Tag der Beschäftigung eingeführt wurde. Ziel dieser Neuregelung war es den Sozial- betrug durch die Nicht-Anmeldung von Arbeitskräften zu verringern. Davor war es möglich die Anmeldung bei der Sozialversicherung innerhalb der ersten 7 Tage durchzuführen. Das führte vielfach dazu, dass bei Kontrollen vorgegeben wurde, diese Frist noch nicht über- schritten zu haben und so eine Anzeige zu vermeiden. Mehrheitlich Frauen, aber der Männeranteil steigt Geringfügig Beschäftigte waren und sind hauptsächlich Frauen. 1994 waren fast 3 von 4 „Geringfügigen“ Frauen (73 %). Seitdem ist die Zahl der weiblichen geringfügig Beschäftigten stark gestiegen, jene der männlichen aber noch stärker. Daher waren 2011 „nur mehr“ 2 von 3 Personen dieser Gruppe (65 %) Frauen. Neben – oder Hauptverdienst? Von den gut 283.000 geringfügig beschäftigten Personen im Jahr 2011 hatten 133.000 (47 %) keine anderen Einkünfte. 51.000 davon waren freiwillig selbstversichert. Tabelle 1: Geringfügig Beschäftigte nach versicherungsrechtlicher Stellung 2011 Geringfügig beschäftigte Personen Bezeichnung M + F Männer Frauen Geringfügig beschäftigte Personen 283.478 100.343 183.135 insgesamt Nur geringfügig beschäftigt 132.994 38.437 94.557 davon selbstversichert 50.874 14.111 36.763 Geringfügig beschäftigt und zusätzliche 150.484 61.906 88.578 Versicherungsverhältnisse Erwerbstätigkeit 68.851 28.354 40.497 Eigenpension 45.055 21.418 23.637 Leistungsbezug ALV 21.884 10.476 11.408 Kinderbetreuungsgeld 11.222 454 10.768 Sonstiges 3.472 1204 2.268 Quelle: HV der Sozialversicherungsträger.