5 Ausgabe 6/2013 Zur Wirkung der Kurzmodelle des Kinderbetreuungsgeldes Durch den Vergleich der Jahreskohorten 2006 - 2010 gibt es bereits erste Ergebnisse zur Wirkung der 2008 eingeführten Kurzmodelle (Modell 20+4 und Modell 15+3), zu den 2010 eingeführten 12+2-Modellen (pauschale Variante und einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld) gibt es aufgrund der noch nicht ausreichenden Nachbeobachtungsmöglichkeit keine Ergebnisse. Erst mit der Aktualisierung des Wiedereinstiegsmonitorings nächstes Jahr werden dazu Informationen vorliegen. Ins Auge fällt erstens, dass sich der Männeranteil bei den Personen, die Kinderauszeit in Anspruch nehmen und vor der Kinderauszeit gut erwerbsintegriert waren, deutlich erhöht hat: Er hat sich von 2006 auf 2010 fast verdoppelt, konkret ist der Männeranteil von 9 % in der Kohorte 2006 auf 17 % in der Kohorte 2010 gestiegen. Und zweitens: Kurzmodelle unterstützen einen frühen Wiedereinstieg bei Frauen. Denn von den Frauen, die 2006 ein Kind geboren haben und davor gut erwerbsintegriert waren, sind 38 % zum 2. Geburtstag wieder beschäftigt, bei Frauen mit einer Geburt im Jahr 2008, die bereits Kurzmodelle nutzen konnten, sind es bereits 44 %, die zum Stichtag 2. Geburtstag wieder erwerbstätig sind. Diese Trends sind allerdings bei Personen, die vor der Karenz nicht bzw. schlecht erwerbsintegriert waren, nicht feststellbar. Die positiven Wirkungen der Kurzmodelle scheinen also eher bei Personen zu greifen, die vor der Kinderauszeit gut erwerbsintegriert waren. Hier braucht es allerdings noch Auswertungen von aktuelleren Kohorten um definitive Aussagen treffen zu können, da der bisherige Beobachtungszeitraum zu kurz war. Das neue Wiedereinstiegsmonitoring der Arbeiterkammer AK-Wiedereinstiegsmonitoring http://wien.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/frauen/Karenz_schadet_Frauen_massiv.h tml Das AK-Wiedereinstiegsmonitoring wurde von Andreas Riesenfelder von L & R- Sozialforschung im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der AK Wien entwickelt.