Inflation 2015 2 achtungen erstrecken sich auf 20 Städte und umfassen letztlich über 40.000 Einzelpreise. Dies ermöglicht eine sehr genaue Abbildung der tatsächlichen Gesamtpreis- entwicklung. Die Einzelpositionen werden zu 12 Gruppen zusammengefasst. Für jede davon lassen sich daher auch „Subinflationsraten“ berechnen. Als Berechnungsgrundlage dienen die entsprechenden Verbraucherpreisindizes (VPI). Diese Messzahl – aus- gehend vom Basiswert 100 – gibt die Preisentwicklung bezogen auf den Basiswert wieder. So bedeutet etwa der Index 110,7 (Wert 2015), dass seit Beginn der Preisver- gleiche zu einem bestimmten Basisjahr (100) die Waren und Dienstleistungen um 10,7 % teurer wurden. Tabelle 1 zeigt die durchschnittlichen Preissteigerungen von 2014 auf 2015, und zwar auf der Verbrauchsgruppe- nebene. Über der Gesamtinflation liegende Steigerungen konnten in den letzten Jahren immer wieder bei Indexposi- tionen festgestellt werden, die ein relativ hohes Ausgaben- gewicht aufweisen, wie zum Beispiel bei Wohnausgaben. Die Problematik dabei liegt nicht so sehr – oder nicht nur – bei der prozentuellen Preisveränderung, also der Teuerung, sondern auch bei der Gewichtung der Ausgaben im Gesamtindex (Grafik 1): So umfassen etwas die Positionen „Nahrungsmittel“ und „Wohnung, Wasser, Energie“ ca. 30 % der Gesamtausgaben eines Durchschnittshaushalts. Oder mit anderen Worten: Waren- und Dienstleistungspositionen mit einem besonders hohen Gewicht wirken sich in Verbindung mit einer hohen relativen Veränderung der Preise auf die Gesamtinflation besonders stark aus. Zum Beispiel betrug der Beitrag zur Inflation für das Jahr 2015 für die beiden oben genannten Ausgabenpositionen 0,31-Pro- zentpunkte (ohne Einrechnung dieser Preisanstiege würde die Inflation nur 0,6 % betragen). Gemessen an ihren Gesamtausgaben geben ärmere Haushalte für Wohnen und Ernährung von ihrem Einkom- men relativ gesehen mehr aus als reichere Haushalte. Daraus ergibt sich, dass ärmere Haushalte überpropor- tional von der Verteuerung der Lebensmittel bzw. des Wohnens betroffen sind; d. h., sie sind daher stärker von der Inflation betroffen als reichere Haushalte. Die Preistreiber: Wohnung, Wasser und Energie Den stärksten Einfluss (+ 0,26-Prozentpunkte) auf die Jahresinflation hatten die Preisanstiege in der Ausga- bengruppe „Restaurants und Hotels“ gefolgt von ? Quelle: Statistik Austria Grafik 1: Verbraucherpreisindex: Gewichtungsschema 2015 in % des Gesamtindex WUSSTEN SIE, DASS die Inflation zu mehr als einem Drittel von Preissteigerungen bei Lebensmitteln und beim Wohnen bestimmt wird? Verschiedene Waren und DL 9,7% Restaurants und Hotels 9,5% Erziehung und Unterricht 1,3% Freizeit und Kultur 11,4% Nachrichtenübermittlung 2,2% Verkehr 13,3% Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 11,8% Alkoholische Getränke 4,0% Bekleidung und Schuhe 5,9% Wohnung, Wasser, Energie 18,5% Hausrat 7,6% Gesundheitspflege 4,8% VPI gesamt 100% 11,8% 4,0% 5,9% 18,5% 7,6% 4,8% 13,3% 2,2% 11,4% 1,3% 9,5% 9,7%