Ausbildungsqualität in der Lehre Die duale Lehrlingsausbildung, also die Kombination von Berufsschule und betrieblichem Lernen genießt in Österreich eine hohe Anerkennung. Das Ausbildungssystem steht jedoch zunehmend strukturellen Herausforderungen gegenüber. Die demo- grafische Entwicklung führt dazu, dass die relevanten Alterskohorten schrumpfen. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich zudem für vollschulische Ausbildungswege. Die Bereitschaft der Betriebe, Lehrlinge auszubilden, sinkt und die Qualität der Lehrlingsausbildung unterliegt starken Schwankungen auf Branchen- und Betriebsebene. Von Lisa Sinowatz Impressum: Herausgeber und Medieninhaber Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 · Redaktion Gerlinde Hauer, Petra Innreiter, Ilse Leidl, Reinhold Russinger, Matthias Schnetzer, Norman Wagner · Kontakt SWSA@akwien.at · Verlags- und Herstellungsort Wien Erscheinungsweise 11 mal jährlich · DVR 0063673 AKWien Lehrlingsmonitor: Qualität messbar machen Eine wesentliche Voraussetzung für die Qualitätssiche- rung von betrieblichen Ausbildungsprozessen ist deren Mess- und Vergleichbarkeit, um so strukturelle Stärken wie Schwächen offenzulegen und zueinander in Bezug zu setzen. Dafür braucht es ein transparentes Set von Qualitätsindikatoren und eine systematische Erfassung von Ausbildungsprozessen. Mit dem Lehrlingsmonitor haben Arbeiterkammer (AK) und Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB) ein Format geschaffen, das darüber Aufschluss gibt, in welchen Bereichen Hand- lungsbedarf besteht (siehe Glossar). Um die Lehrberufe mit den subjektiv von den Lehr- lingen eingeschätzten Ausbildungsbedingungen vergleichen zu können, wurde aus dreizehn Items der Index „betriebliche Rahmenbedingungen“ erstellt, der unterschiedliche Dimensionen der Ausbildungsqualität erfasst und so ein Bild der Ausbildungsqualität wieder- geben soll. Die höchsten Werte erringt dabei das allgemeine soziale Klima, das in Ausbildungsbetrieben herrscht. Ebenfalls positiv wird auch die Bereitschaft der Lehr- betriebe beurteilt, den Lehrlingen verantwortungsvolle und umfassendere Arbeitsaufgaben zu übertragen. Ein weiteres Qualitätskriterium mit hohen Zustimmungs- raten ist der konstruktive Umgang mit Fehlern, den immerhin 44 Prozent in jedem Fall, und weitere 27 Pro- zent zumindest ausreichend in ihrem Lehrbetrieb als gegeben sehen. Die geringsten Werte auf der Qualitätsskala erhält die Feedbackkultur. Ein weiterer Mangel betrifft die unzureichenden Zeitressourcen beim Ausprobieren und Erlernen neuer Arbeitsschritte. Ebenfalls kaum die Hälfte (47 Prozent) gibt an, dass in der Arbeit gut oder zumindest ausreichend auf die eigenen Interessen und Neigungen eingegangen wird (Abbildung 1). ? WUSSTEN SIE, DASS die Lehrabschlussprüfung aktuell das einzige Instrument zur Messung der Ausbildungs- qualität ist? Abonnieren Sie SWSA als E-Mail-Newsletter: http://wien.arbeiterkammer.at/newsletter.html „Sozial- und Wirtschaftsstatistik aktuell“ auswählen und auf „abschicken“ klicken. Feedback und Rückfragen bitte an SWSA@akwien.at SOZIAL- & WIRTSCHAFTS- STATISTIK AKTUELL Nr 2/2016 Download: http://wien.arbeiterkammer.at/service/zeitschriften/SozialundWirtschaftsstatistikaktuellWS S A