Seite 4 | Verpflichtende Frauenquote im Aufsichtsrat ab 2018 Frauenquote von 30 % für Aufsichtsräte von Großunternehmen (mehr als 1.000 Beschäf- tigte) und börsennotierten Unternehmen vor. Die Regelung gilt für Neubestellungen ab 1.1.2018. Wird die Vorgabe bei der Nachbe- setzung der Gremien nicht erfüllt, dann bleibt das Aufsichtsratsmandat unbesetzt. Auf die Sanktion des „leeren Stuhls“ greift auch das deutsche Gesetz zurück, dort ist eine analoge Regelung seit zwei Jahren in Kraft. Durchaus erfolgreich, wie kürzlich bilanziert wurde: Bis heute ist in den betroffenen Unternehmen kein einziger Stuhl leer geblieben. Flankierend zur Einführung der Quote wäre es wünschenswert, den Fortschritt in den betreffenden Unter- nehmen jährlich zu evaluieren und diesen Be- richt zu veröffentlichen. Nur eine konsequente Quotenregelung, begleitet von einem jährlichen Monitoring („Fortschrittsbericht“) schafft lang- fristig eine neue Organisationskultur, erhöht die Dynamik an der Führungsspitze und stärkt die Governance. Davon werden nun schon bald auch österreichische Unternehmen und deren MitarbeiterInnen profitieren. Wussten Sie, dass in Österreich ab 2018 eine verpflichtende Frauenquote von 30 % für Aufsichtsräte von großen und börsenno- tierten Unternehmen gelten wird? Glossar „leaky pipeline“: Mit diesem Begriff wird das Phänomen des absinkenden Frauenanteils auf den verschiedenen Qualifizierungsebenen und Karrierestufen bezeichnet. Damit wird auf die bestehende strukturelle Ungleichheit von Männern und Frauen hingewiesen. Prokura: Bei der Prokura handelt es sich um eine kaufmännische Vollmacht mit gesetzlich fixiertem Umfang. ProkuristInnen dürfen alle Arten von Geschäften und Rechtshandlungen (z.B. Abschluss von Dienstverhältnissen, Ein- und Verkauf von Waren oder Filialgründungen) ausführen, die der Betrieb des Unternehmens mitbringt. Typischerweise sind ProkuristInnen WerksleiterInnen, AbteilungsleiterInnen oder FilialleiterInnen mit Handlungsvollmacht. Es ist eine Art Mittelfunktion zwischen der Unterneh- mensführung und den ausführenden Einheiten. „hot jobs“: Das sind jene Positionen oder Projekte, die hohe Sichtbarkeit gewähr- ? Die Arbeiterkammer setzt sich ein für n eine verbindliche Geschlechterquote von 40 % für den Aufsichtsrat. Die ab 1.1.2018 geltende 30 % Marke ist zwar ein erster Schritt, sollte jedoch im Sinne der Geschlechterausgewogenheit und nach Vorbildern wie Frankreich oder Norwegen weiter angehoben werden. n ein jährliches Monitoring der Umsetzung der neuen Quotenregelung („Fortschrittsbericht“). n ein strukturell verankertes Diversitätsmanagement in den Organisationen (im Hinblick auf Geschlecht, Alter, Internationalität…) mit definierten Indikatoren und Zielvorgaben.