10 1. Einleitung Mit dem 1. Jänner 2013 trat die Novelle des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes (AÜG) in Kraft mit der die Leiharbeitnehmerrichtlinie in österreichisches Recht umgesetzt wird. Leitprinzipien sind „Gleichbehandlung und Diskriminierungsverbote“. Die praktischen Auswirkungen dieser Neuregelungen sind der Kern dieser Arbeit, die mit einer Definition der Zeitarbeit und einem Überblick über die Verbreitung, die Entwicklung und die Motive für Zeitarbeit eingeleitet wird. Die Longitudinalstudie basiert auf einer Online-Befragung von BetriebsrätInnen in Beschäftigerbetrieben und misst die Stellung von Zeitarbeitskräften in ihrem Betrieb in Dimensionen wie Bezahlung, Zugang zu Sozialleistungen, Berücksichtigung bei Weiterbildungsmaßnahmen usw.: Sind Zeitarbeitskräfte hier der Stammbelegschaft gleichgestellt? Sind sie vielleicht sogar besser gestellt? Oder sind sie schlechter gestellt? Durch den Zeitvergleich – die erste Erhebung wurde vor der AÜG-Novellierung im Jahr 2012 durchgeführt, die zweite mit den gleichen Indikatoren danach – kann die Wirksamkeit des gesetzlichen Neuregelung abgeschätzt und der nach wie vor bestehende Handlungsbedarf aufgezeigt werden. Abgeschlossen wird die Studie mit einem Exkurs über ein Rating von Zeitarbeitsfirmen durch die BetriebsrätInnen von Beschäftigerunternehmen auf der Basis ihrer Erfahrungen. 2. Was ist Leiharbeit? Leiharbeit ist definiert als ein „Dreiecksverhältnis“ zwischen dem Überlasserunternehmen, dem Beschäftigerunternehmen und dem Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer hat ein Arbeitsverhältnis beim Überlasser, der seiner Leiharbeitskraft dafür angemessenes Entgelt schuldet. Zwischen der entleihenden Firma und der überlassenen Arbeitskraft besteht ein Beschäftigungsverhältnis, das heißt, der/die LeiharbeiterIn ist zwar unter Aufsicht und Leitung der entleihenden Firma tätig, bezieht aber ihr Gehalt von anderer Stelle, nämlich der Leiharbeitsfirma. Die Rahmenbedingungen für die Zurverfügungstellung von Arbeitskräften werden im Überlasservertrag und Beschäftigervertrag geregelt. Die Aufgabe des Überlassers liegt in der Bereitstellung der geeigneten Arbeitskraft an den Beschäftiger. Der Beschäftiger wiederum ist verantwortlich für bestimmte Arbeitgeberpflichten gegenüber der Zeitarbeitskraft wie Fürsorgepflicht, Arbeitnehmerschutz usw. Die Zeitarbeitskraft arbeitet unter Anweisung des Beschäftigers und ist in dessen Organisation eingegliedert. Abbildung 1: Das Dreiecksverhältnis zwischen Überlasser-Beschäftiger-Dienstnehmer Quelle: http://www.hrweb.at/2011/04/zeitarbeit-in-osterreich-die-rechtliche-grundlage/