4 2. Vermögen in Österreich: Eine erste deskriptive Analyse Das Ziel dieses Kapitels ist eine Darstellung der im Forschungsbericht verwendeten Daten aus dem Household Finance and Consumption Survey (HFCS). Ausgewählte deskriptive Statistiken sollen hierbei einen Überblick über die Vermögenssituation in Österreich vermitteln, wie sie von den HFCS-Originaldaten dargestellt wird. 2.1. Household Finance and Consumption Survey (HFCS) Mit dem „Household Finance and Consumption Survey“ (HFCS) steht erstmals eine umfassende Erhebung zu Sachvermögen, Finanzvermögen, Verbindlichkeiten und Ausgaben privater Haushalte in 15 Ländern der Eurozone (mit Ausnahme von Irland und Estland) zur Verfügung. Insbesondere die prinzipielle Vergleichbarkeit der Daten, die durch eine ex-ante Harmonisierung der Erhebung in den teilnehmenden Ländern sichergestellt wurde, lässt wertvolle Vergleiche zwischen Ländern der Eurozone zu. Die Erhebung der österreichischen Daten wurde von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) gemeinsam mit dem Institut für empirische Sozialforschung GmbH (IFES) durchgeführt. Der folgende Abschnitt soll das Design der Erhebung sowie ihre wichtigsten Bestandteile und Besonderheiten darstellen. Eine umfassende Dokumentation des HFCS findet sich auch online unter: http://www.hfcs.at. Eine genaue Darstellung des hier nur grob umrissenen Survey-Designs findet sich außerdem im Addendum zu den methodischen Grundlagen des HFCS (vgl. Albacete et al. 2012) 2.1.1 Stichprobe und Erhebungseinheit Im Rahmen des HFCS wurden in Österreich 4.436 Haushalte in die Bruttostichprobe aufgenommen, wobei 2.380 Haushalte erfolgreich interviewt wurden und somit die Nettostichprobe bilden. Die Erhebungseinheit des HFCS ist ein Haushalt, wobei ein Haushalt als Person oder gemeinsam wirtschaftende Personengemeinschaft definiert ist. Im Rahmen der Durchführung der Erhebung wurde einE KompetenzträgerIn als Auskunftspersonen im Haushalt bestimmt. Der Zeitraum der Durchführung war September 2010 bis Mai 2011. Zur Auswahl der Stichprobe wurde das Verfahren einer mehrfach geschichteten Zufallsstichprobe (Stratified Multistage Cluster Random Sampling) angewandt. Damit wird jedem Element der Grundgesamtheit (d.h. allen Haushalten in Österreich) eine positive Wahrscheinlichkeit zugeordnet, um in die Stichprobe zu gelangen, wobei die Stratifizierung anhand der NUTS-3 Regionen in Österreich und nach Gemeindegrößenklassen sicherstellen soll, dass Haushalte aus verschiedenen Regionen proportional in der Stichprobe wiederzufinden sind.