12 3. Eine Schätzung der Verteilung des österreichischen Privatvermögens Das spezifische Design des HFCS antizipiert eine Reihe bekannter Schwachpunkte von Vermögensbefragungen durch verschiedenste Strategien und Maßnahmen, wie etwa der Kombination aus Quotaverfahren und Zufallsziehungen, der speziellen Schulung von InterviewerInnen und der Berücksichtigung ihrer Berufserfahrung oder der Ergänzung fehlender Antworten durch statistisch aufwendige Imputationsverfahren (vgl. Albacete et al. 2012). Weitgehend unberücksichtigt bleibt dabei allerdings der Umstand der fehlenden Abbildung der größten Vermögen im resultierenden Sample. Dabei besitzt die betreffende Personengruppe einen hohen Anteil des Gesamtvermögens und ist für eine seriöse Aufarbeitung der Vermögenssituation daher von besonderer Bedeutung. Daher versucht die vorliegende Studie diesen Umstand ex-post zu adressieren und die in der Erhebung vorhandene Verzerrung zu kompensieren. Die angewandte Strategie folgt dabei im Wesentlichen drei Schritten: Zuerst wird auf Basis der verfügbaren Daten für einen oberen Abschnitt der Verteilung eine Pareto-Verteilungsfunktion geschätzt. In einem zweiten Schritt werden all jene HFCS-Datensätze mit einem Nettovermögen größer als 4 Millionen Euro, also etwa ab dem obersten Vermögensperzentil, aus dem Datensatz entfernt, da in diesem Bereich zwar viele reiche Haushalte (bis rund. 20 Mio. Euro) aber eben keine besonders reichen Haushalte (mit einem Vermögen größer als 20 Mio. Euro) erfasst sind, jedoch die vorhandenen Datensätze im HFCS als für das gesamte Perzentil repräsentativ behandelt werden. In einem dritten Schritt werden Haushalte mit einem Vermögen größer als 4 Millionen Euro auf Basis der geschätzten Pareto-Verteilung generiert und dem Datensatz hinzugefügt. So wird sichergestellt, dass auch extrem reiche Haushalte im Sample vorhanden sind. Die genaue Abfolge dieser Modifikationen des Datensatzes wird an späterer Stelle am Beispiel des HFCS-Datensatzes genau erläutert. Zuvor seien die theoretischen Grundlagen der hier vorgenommenen Transformation kurz zur Orientierung dargestellt. 3.1. Statistische Aspekte einer Theorie der Vermögensverteilung Die Verteilungen von Einkommen und Vermögen besitzen einige Besonderheiten, die in Modellen zu ihrer Beschreibung jedenfalls Berücksichtigung finden müssen. Normalerweise zeichnen sich solche Verteilungen dadurch aus, dass sie rechtsschief sind und ein „dickes