12 bleibenden Wirtschaftsleistung. Vergleicht man die ökonomische Entwicklung in Österreich, der Euro- zone, der Schweiz und in den USA seit 2008, so zeigen sich die Auswirkungen der unterschiedlichen Wirtschaftspolitiken ziemlich deutlich. Während in der Eurozone der Spar- und Lohndruck zu einer Schrumpfung der realen heimischen Nachfrage und damit der realen Wirtschaftsleistung geführt hat, war die Entwicklung in Österreich deutlich besser – wenn auch nicht so gut wie in den noch weniger restriktiv ausgerichteten Wirtschaftsräumen wie der Schweiz oder den USA. Diese Unterschiede spie- geln sich dann im Anstieg im unterschiedlich starken Anstieg der Arbeitslosenquote (abgebildet als Anstieg in Prozentpunkten) wider: Abbildung 2: Veränderung makroökonomischer Variablen 2013 gegenüber 2008 Quelle: EU-Kommission (AMECO-Datenbank 6.5.2014), eigene Berechnungen. Auch wenn es derzeit den Anschein hat, dass die seit Mitte des Vorjahres zu beobachtende tenden- zielle Lockerung der restriktiven Budgetpolitik festgehalten wird und sich damit die Situation ent- spannt, so bleibt die Unsicherheit groß, da diese Lockerung eigentlich den verschärften Europäischen Vorgaben widerspricht. Es ist nicht auszuschließen, dass die nach den Europäischen Wahlen hervor- gehende neue Kommission die Spar- und Wettbewerbspolitik neuerlich verschärfen wird. Eine Zurücknahme der Wirtschaftsprognosen oder gar eine neuerliche Zuspitzung der Krise in der Eurozo- ne wäre damit wieder wahrscheinlicher. Diese wirtschaftspolitische Ausrichtung birgt überdies die Gefahr einer Verfehlung des Ziels der Reduktion von Staatsdefiziten und Staatsschulden in sich. Eine erfolgreiche Sanierung der Staats- finanzen setzt eine günstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung voraus – nicht umgekehrt. Es wäre daher insbesondere auf europäischer Ebene zielführend, wenn kurzfristig Offensivprogramme mit dem Schwerpunkt der Beschäftigungsförderung initiiert werden würden und die Konsolidierung erst mittelfristig mit der konjunkturellen Erholung erfolgt. Gleichzeitig ist auf eine bessere Abstimmung der Regionen zu achten, indem gerade Länder mit bereits stabilisierten Staatsfinanzen und gleich- zeitig hohen Leistungsbilanzüberschüssen für eine höhere gesamtwirtschaftliche Nachfrage in der Eurozone sorgen. Gefragt ist hier insbesondere die deutsche Bundesregierung, ferner aber auch jene in Österreich, wo ein Anstieg des Leistungsbilanzüberschusses von 2,7 auf 4,7 % gemäß Stabilitäts- programm Handlungsbedarf signalisiert. ?5% ?3% ?1% 1% 3% 5% 7% 9% heimische Nachfrage BIP Arbeitslosenquote Österreich Schweiz Euro?18 USA