I H S — Abbruch & Schulversagen / Steiner — 15 sen können) als Vergleichsmaßstab heran, wird deutlich, dass Bildungsarmut unter Jugend- lichen in Österreich auch ein quantitatives Problem darstellt (Steiner 2013). Tabelle 5: Vorzeitige BildungsabbrecherInnen in Österreich 2008-2012 2008 2010 2012 Vorzeitige AbbrecherInnen absolut 94.101 80.976 74.943 Kohortenanteil (15-24-Jährige) 10,0% 8,6% 7,9% Quelle: Statistik Austria/LFS Betrachtet man die soziale Ungleichverteilung des vorzeitigen Bildungsabbruchs in Tabelle 6, wird ersichtlich, dass sich zum quantitativen ein ‚qualitatives Problem‘ hinzugesellt. So sind v.a. Jugendliche mit Migrationshintergrund (bis zu 26%), junge Menschen aus bildungs- fernen Elternhäusern (18,2%) sowie Kinder, deren Eltern arbeitslos sind (17,7%), weit über- durchschnittlich vom vorzeitigen Bildungsabbruch betroffen. Damit wird ein Ergebnis bestä- tigt, das auch bereits bei den vorangegangenen ESL-Studien (Steiner 2005, Steiner 2009) zutage getreten ist. Im zeitlichen Vergleich von 2012 mit 2008 ist bei allen sozialen Subgrup- pen ein Rückgang des ESL-Anteils festzustellen. In den meisten Fällen ist dieser Rückgang bei den weniger betroffenen Gruppen relativ höher, als bei den stärker betroffenen, sodass das Risiko der sozial Benachteiligten, vorzeitig die Bildungslaufbahn abzubrechen, im Laufe der Zeit sogar gestiegen ist. Aus Abbildung 5 wird ersichtlich, dass dies v.a. in Abhängigkeit vom Migrationshintergrund und Bildungshintergrund des Elternhauses der Fall ist. Tabelle 6: Soziale Verteilung des Early School Leaving in Österreich 2012 2008 Geschlecht weiblich 7,7% 9,9% männlich 8,2% 10,1% Region Stadt 11,3% 11,9% Land 6,0% 6,6% Herkunft ohne Mig.Hintergrund 4,7% 6,3% 2. Generation (incl.EU15) 13,4% 15,6% 2. Generation (excl.EU15) 15,3% 17,9% Migr. 1.Gen (incl. EU15) 22,6% 25,7% Migr. 1.Gen (excl. EU15) 26,0% 28,4% AM-Status Eltern beschäftigt 5,5% 7,0% nichterwerb 12,7% 14,5% arbeitslos 17,7% 25,4% Bildung Eltern hoch 2,9% 3,9% mittel 5,6% 7,1% niedrig 18,2% 19,6% Quelle: Statistik Austria/LFS So beträgt das Risiko von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern zu Early School Leavers zu werden im Jahr 2012 das sechsfache verglichen zu Jugendlichen, deren Eltern über einen hohen Bildungsabschluss (Matura aufwärts) verfügen. Im Jahr 2008 war diese