44 — Steiner / Abbruch & Schulversagen — I H S über einem Jahr 4%-Punkte vor den Burschen. In Abhängigkeit vom Migrationshintergrund oder der Elternbildung sind diese sozialen Unterschiede mit einer Differenz von rund 5%- Punkten bereits beim reinen Besuchsanteil evident. Der in Abhängigkeit vom Geschlecht aufgedeckte Befund einer größeren sozialen Diskre- panz mit zunehmender Dauer des Kindergartenbesuchs zieht sich dabei durch und zeigt sich in noch deutlicherem Ausmaß in Abhängigkeit vom Migrationshintergrund, der Elternbil- dung sowie im Vergleich zwischen Jugendlichen mit und ohne Laufbahnverluste. Dieses laufbahnbezogene Ergebnis deutet schon darauf hin, dass es einen positiven Zusammen- hang zwischen Leistung und Kindergartenbesuch geben könnte, der im anschließenden Abschnitt dieses Kapitels untersucht wird. 4.2 Auswirkungen des Kindergartenbesuchs auf Kompetenzen Wenn nun die Frage beantwortet werden soll, welchen Einfluss das Faktum des Kindergar- tenbesuchs auf die in weiterer Folge erworbenen Kompetenzen hat, lässt sich dies mittels einer Regressionsanalyse auf Basis der PISA-2009-Daten 24 umsetzen. Da sich jedoch der Kindergartenbesuch abhängig von soziodemographischen und (anderen) schullaufbahnbe- zogenen Merkmalen unterschiedlich gestaltet, ist es notwendig, in ein Regressionsmodell auch eben diese sozialen und bildungsbezogenen Merkmale aufzunehmen, um den ‚rein‘ auf den Kindergartenbesuch zurückzuführenden Effekt berechnen zu können. Dementspre- chend fließen in das anschließend besprochene Modell zusätzlich das Geschlecht, der Mig- rationshintergrund, der sozioökonomische Status (und damit implizit die Bildung der Eltern) sowie die beiden laufbahnbezogenen Variablen der Klassenwiederholungen bzw. des Be- suchs der Hauptschule in der Sekundarstufe I ein. In Tabelle 30 werden nun die Berechnungsergebnisse zur Erklärung der Lese-Leistungen, in Tabelle 31 jene zur Erklärung der Mathematik-Kompetenzen und schließlich in die Regressi- onsergebnisse hinsichtlich der Naturwissenschafts-Kompetenzen dargestellt. 25 Was Ge- schlecht, Migrationshintergrund und sozioökonomischen Status betrifft zeigen sich in allen drei Kompetenzbereichen die bereits bekannten Zusammenhänge (Wroblewski 2012): Der Migrationshintergrund wirkt sich durchgängig negativ, ein hoher sozioökonomischer Status durchgängig positiv sowie das Geschlecht differenziert je nach Kompetenzbereich unter- schiedlich auf die im Rahmen der PISA-2009-Tests erzielten Leistungen aus (Mädchen sind beim Lesen, Burschen in Mathematik besser). Auch die beiden laufbahnbezogenen Variab- 24 Dies PISA 2012 Daten waren zum Zeitpunkt der Durchführung dieser Berechnungen noch nicht verfügbar. 25 Die Berechnungen wurden für alle fünf ‚Plausible Values‘ gesondert durchgeführt. Zur Berechnung der Koeffizienten sind Durchschnitte gebildet worden. Zur Berechnung der Standardfehler wurde eine Korrektur entsprechend der nachstehenden Formel durchgeführt, um neben der Varianz in der Parameterschätzung auch die Stichprobenvarianz zu berück- sichtigen: ?? = ? ? ?? + (1 + )( )? (? ? ?)