I H S — Abbruch & Schulversagen / Steiner — 51 wenigsten Fällen mit Pflichtschulabschlüssen enden, die zum Besuch weiterführender Schul- formen berechtigen würden, ist das Ergebnis erhöhter Anteile von SchülerInnen ohne positi- ven Pflichtschulabschluss v.a. bei Jugendlichen mit nicht-deutscher Umgangssprache nur die logische Konsequenz. Auf Basis dieser Ergebnisse kann somit der Schluss gezogen werden, dass die niedrigeren Verlustraten in der Sekundarstufe II bis zu einem gewissen Grad auf Kosten der Jugendlichen mit nicht-deutscher Umgangssprache (sozial) erkauft werden und der Gedanke effizienten Handelns in Anbetracht der Folgewirkungen von niedri- geren Bildungsabschlüssen verworfen werden muss. Diese regionale Differenziertheit der Berechnungsergebnisse ist zum einen ein ermutigen- des und zum anderen ein ernüchterndes Ergebnis. Ernüchternd ist das Ergebnis, weil die Selektivität eines Bildungssystems offensichtlich nicht alleine von seinen Strukturen abhängt, ob also früh in unterschiedlich anspruchsvolle Schulformen (Tracking) geteilt wird oder eine Gesamtschule etabliert wurde. Vielmehr hängt die Selektivität auch von der Umsetzungspra- xis ab, wie also die formal gegebenen Strukturen gelebt werden. Ermutigend ist das Ergeb- nis wegen der Good-Practice Beispiele zur Reduktion von Selektivität, die so innerhalb des eigenen Systems gefunden werden und als Richtschnur gelten können, wie innerhalb der gleichen Rahmenbedingungen optimalere Bildungsergebnisse mit weniger Verlust, Abbruch und Schulversagen erzielt werden können.