WIEN WÄCHST ARBEITERKAMMER WIEN 1 MARTIN ZUR NEDDEN: STÄDTE IM WANDEL – MIT WELCHEN HERAUSFORDERUNGEN SEHEN SICH WACHSENDE STÄDTE HINSICHTLICH SOZIALER, ÖKONOMISCHER UND UMWELTSPEZIFISCHER BELANGEN KONFRONTIERT? Martin zur Nedden war Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig und ist nun Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Urbanistik VORBEMERKUNG Der Umfang des Themas auf der einen Seite und der zur Verfügung stehende Raum auf der ande- ren Seite bedingen, dass die nachfolgenden Ausführungen nur schlaglichtartiger Natur sein können. Aus diesem Grund muss auch auf eine Auseinandersetzung mit den für die aktuelle Stadtentwick- lung zentralen Fragen der Effizienz, Suffizienz und Resilienz verzichtet werden. Sie erfolgt außer- dem vor dem Hintergrund der Entwicklungen und Diskussionen in der Bundesrepublik Deutschland. Es wäre nicht vertretbar, ohne vertiefte Kenntnis der Verhältnisse in Österreich im Allgemeinen und in Wien im Besonderen Empfehlungen abzugeben. Ungeachtet dessen dürfte es im Hinblick auf einige grundsätzliche Fragen durchaus Parallelen geben. RAHMENBEDINGUNGEN Die Städte waren immer Veränderungen unterworfen. Aktuell erleben wir eine Phase, in der die Stadtentwicklung sowohl von (Nach-)Wirkungen politischer Veränderungen als auch technologi- schen Umwälzungen, hier ist insbesondere die „digitale Revolution“ zu nennen, maßgeblich beein- flusst werden. Die Gleichzeitigkeit gleich zweier bedeutender Faktoren sowie die gegenüber der Vergangenheit gestiegene Dynamik tragen wesentlich dazu bei, dass Wirkungskraft und Komplexität in außergewöhnlicher Weise im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten angestiegen sind. Hinzu kommt, dass Faktoren, die schon seit längerem als für die Entwicklung relevant sich abzeichneten, aber nur bedingt im Bewusstsein im Hinblick auf Handlungsnotwendigkeiten präsent waren, nicht mehr negiert werden können