WIEN WÄCHST 34 ARBEITERKAMMER WIEN Dabei stünde Wien finanziell relativ gut da: die Hauptstadt hat derzeit eine Pro-Kopf-Verschuldung von etwa € 2.550. Im Vergleich mit Berlin, wo jeder Bürger bzw. jede Bürgerin mit ca. € 17.600 ver- schuldet ist, hätte Wien also noch deutliche finanzielle Spielräume. Quelle: Stadt Wien, Stadt Berlin Dazu kommt, dass gerade jetzt, wo die Kreditzinsen im Keller sind, eine Geldaufnahme vergleichs- weise günstig ist. Es wäre daher für Wien auch ökonomisch sinnvoll, massiv in die öffentliche Infra- struktur zu investieren. Aus Sicht der AK ist es wichtig, deutlich mehr geförderten Wohnraum zu schaffen, wirksame Mie- tobergrenzen für den privaten Wohnsektor einzuführen, Investitionen in den öffentlichen Verkehr - bei denen die Schnellbahn eine kostengünstige Alternative sein kann – und stärkere Förderungen sozial benachteiligter Kinder (auch über das Schulsystem) zu tätigen. Durch die damit verbundenen, öffentlichen Investitionen werden neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Dazu braucht es aber eine Finanzierung – das geht nur über eine Lockerung der Sparzwänge oder über vermögens- bezogene lokale Steuern, wie etwa der Grundsteuer. Hier ist jedoch aufgrund der Kompetenzen weniger ein Appell an die Gemeinde angebracht, sondern eher Druck an den Bund angesagt.