WIEN WÄCHST ARBEITERKAMMER WIEN 63 Mietpreisentwicklung 2005-2011 Quelle: AK, eigene Berechnungen Es liegt die Vermutung nahe, dass seit ungefähr diesem Zeitpunkt ein Nachfrageüberhang besteht, dh die Bauleistung nicht mehr dem regen Zuzug entspricht. Schätzungen gehen davon aus, dass in Wien mindestens 8000 geförderte Wohnungen pro Jahr errichtet werden müssen, um der Nachfrage zu entsprechen. Bei einer derzeitigen Neubauleistung von rund 6400 geförderten Wohnungen pro Jahr wird die Notwendigkeit einer Erhöhung der Neu- bauleistung deutlich. Nicht zuletzt auch deshalb da der geförderte Wohnbau ein Garant für Preissta- bilität ist und im Unterschied zum privaten Wohnungsmarkt eine moderate Preisentwicklung auf- weist. Mehr Wohnbau bedingt aber auch die Schaffung und Vorsorge von bebaubaren Flächen und ver- stärkte Anforderungen an die Baulandmobilisierung, die die Basis für eine dynamische Entwicklung schaffen muss. Konnten Baulandreserven in den letzten Jahrzehnten sehr rasch abgerufen werden, wird sich das in den nächsten Jahren schwieriger gestalten. Viele großflächige Hoffnungsgebiete, so z. B. ehemalige Bahnhofsareale, wurden bereits umgewidmet, bzw werden bereits bebaut. 1. BAULANDRESERVEN Mit den derzeit definierten Stadtentwicklungsflächen kann – nach Schätzungen der Stadt Wien - bei vollständiger Realisierung und Entwicklung bis 2025 der Bedarf abgedeckt werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt scheint es aber notwendig auf neue Flächen zuzugreifen und darüber hinaus ge- hende Stadtentwicklungsgebiete zu definieren und zu mobilisieren. Wien verfügt historisch bedingt über ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bauland und Grünland- bzw Wasserflächen. Wiederholte Bekenntnisse der Stadt zur Beibehaltung der 50%-50% Verteilung machen eines sehr deutlich: Die baulichen Entwicklungsmöglichkeiten beschränken sich auf die Hälfte des Stadtgebietes.