WIEN WÄCHST ARBEITERKAMMER WIEN 67 Stadtgrenzen überschreitender Verkehr nach Wien Szenarien (6 – 9 Uhr) an Werktagen (in 1.000 Personen) Quelle: Rittler C. (2011): Kordonerhebung Wien in den Jahren 2008 – 2010 i. A. d. Planungsgemeinschaft Ost; MPV Stadt Wien, Rosinak&Partner Will man die Verkehrsmittelverteilung an der Stadtgrenze verändern und den Anteil des öffentlichen Verkehrs steigern bedarf es massiver Investitionen in den regional wirksamen, Stadtgrenzen über- schreitenden Schienenverkehr, die S-Bahn. Aber auch als innerstädtisches Verkehrsmittel, als hochwertige Ergänzung zum Netz der Wiener Linien bietet sich das Schnellbahn- und Schienennetz in der Stadt an. So weisen Investitionen in das Bestandsnetz sehr gute Kosten-Nutzen Verhältnisse auf und könnten bereits kurz- bis mittelfristig verkehrswirksam werden. Ziel muss es jedenfalls sein den Gesamtverkehr in der Stadtregion, und nicht nur den Verkehr der WienerInnen und Wiener in Richtung Umweltverbund zu entwickeln. Dazu ist es nötig die Qualität und Kapazität des innerstädtischen ÖV-Netzes, auch unter deutlich steigendem Fahrgastaufkom- men sicherzustellen und ein regional attraktives öffentliches Verkehrsnetz zu entwickeln, das ein attraktives Umsteigeangebot für PendlerInnen darstellt. Dies alles unter dem Schlagwort Finanzier- barkeit und zeitgerechter Wirksamkeit. FAZIT Nicht nur das Wiener Stadtgebiet, sondern die gesamte Ostregion, verfügt über ein starkes Bevölke- rungswachstum. Einer eingeschränkten Baulandverfügbarkeit in Wien stehen große Baulandreserven im Umland gegenüber. Zur Abdeckung des Wohnbedarfs ist es notwendig die Wohnbauleistung auf min- destens 8000 geförderte Wohnungen pro Jahr zu erhöhen und zur Baulandmobilisierung bodenpolitische Instrumentarien zu nutzen und weiterzuentwickeln. Hierzu gehört nicht zuletzt die Einführung einer wirk- samen Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“. Eine langfristige, vorausschauende Aktivierung von Flächenpotentialen zur Abdeckung des Baulandbedarfs muss diese Maßnahmen ergänzen. Einer guten Modal Split Entwicklung in der Stadt steht eine nach wie vor deutliche MIV-Dominanz bei Ein- und Auspendlern gegenüber. Regionale Verflechtungen, insbesondere im Verkehrsbereich, nehmen nach wie vor in beide Richtungen zu. Um eine Änderung des Modal Split an der Stadtgrenze zu errei- chen muss der Stadtgrenzen überschreitende S-Bahnverkehr optimiert und ausgebaut werden. Den - durch Fahrgastzuwächse im innerstädtischen Öffentlichen Verkehr – teilweise bemerkbaren Kapazitäts- engpässen muss durch zeitgerechte Investitionen in das Bestandnetz des ÖV entgegengewirkt werden. Insbesondere sind Netzergänzungen und Kapazitätserhöhungen im U-Bahn, Straßenbahn und Busnetz erforderlich. Als höchstrangige ÖV-Ergänzung zum U-Bahnnetz müssen die Möglichkeiten des inner- städtischen Schienennetzes für neue S-Bahnstrecken genutzt werden. Was in der Vergangenheit gegolten hat, gilt jetzt umso mehr. Wien ist Teil der Ostregion. Die anstehen- den Herausforderungen müssen nicht zuletzt regional angegangen werden.