WIEN WÄCHST 84 ARBEITERKAMMER WIEN GABRIELE SCHMID: WIEN WIRD WIEDER JUNG! Gabriele Schmid leitet die Abteilung Bildungspolitik der AK-Wien WIENS BILDUNGSSYSTEM IM WANDEL Wer hätte dies gedacht? Noch vor einigen Jahren war demografischen Trends entsprechend anzu- nehmen in einer alternden Stadt leben zu müssen, wo Jugend wie in China eine rare Überraschung im Meer der Alten ist. Die Verjüngung Wiens ist überaus positiv, wenngleich wie jeder Veränderung auch mit Herausforde- rungen verbunden. Entscheidend ist und wird sein, ob es glückt jungen Menschen über gelingende Bildung und Ausbildung den Schlüssel für eine positive gesellschaftliche Fortentwicklung in die Hand zu geben. Nebenbemerkung: Dabei geht es nicht nur darum, ob die jungen Menschen für Bildung gewonnen werden können, sondern vorrangig auch um eine reformatorische Ausgestaltung des österreichi- schen Bildungswesens, das - weil in internen Grabenkämpfen gefangen - , sich nicht ausreichend um die jungen Menschen kümmert. Bildung, vor allem Schulbildung, heiß umkämpft in einer teilwei- se unheilsamen Mischung aus starker zentraler Steuerung und großem willkürlichen Wildwuchs auf der Umsetzungsebene, dazu wenig Wissen darüber wie zentral vorgegebene Maßnahmen tatsäch- lich wirken. Wenn wir nur einen kurzen Blick auf die Bevölkerungsprognose nach Altersgruppen für Wien werfen (siehe Abbildung 1), ist einfach zu erkennen, dass sich insbesondere die Gruppe der jüngsten Be- wohnerInnen Wiens dynamisch entwickeln wird. Bis zum Jahr 2015 erhöht sich die Gruppe der schulpflichtigen Kinder bis 14 Jahre um etwa 26.000 Personen. Die Gruppe der 15- bis 19jährigen wächst zwar auch, aber deutlich geringer, während die Gruppe der 20-25jährigen sogar sinkt bzw stagniert.