WIEN WÄCHST 106 ARBEITERKAMMER WIEN Ausmaß variiert jedoch erheblich. Während die Arbeitslosenquote für Personen aus Österreich, Deutschland, den sonstigen EU15 Ländern und den nordöstlichen Nachbarländern Österreichs un- ter dem Durchschnitt liegt und auch weniger stark anstieg, lagen die Arbeitslosenquoten im Falle von Arbeitskräften insbesondere aus den traditionellen Einwanderungsländern Türkei und den Staa- ten des ehemaligen Jugoslawien deutlich über dem Durchschnitt (bei rund 18%) und stiegen im Vergleich zu 2008 erheblich (vgl. Abbildung 18). Deutliche Anstiege der Arbeitslosigkeit – von gerin- gerem Niveau ausgehend – sind auch bei AusländerInnen aus weiter entfernten Ländern festzustel- len. Angesichts der starken Konzentration der AusländerInnen-Beschäftigung auf bestimmte Ar- beitsmarktsegmente, dürften Verdrängungseffekte innerhalb der Gruppe ausländischer Arbeitskräfte am Wiener Arbeitsmarkt eine Rolle spielen. Arbeitskräfte aus den traditionellen Zuwanderungslän- dern, mit häufig geringerem Ausbildungsniveau und zum Teil im höheren Erwerbsalter, stehen mehrheitlich jungen und im Durchschnitt besser ausgebildeten Zuwandernden, etwa aus Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik, gegenüber. Arbeitslosenquoten nach Nationalitäten: Vergleich 2008 und 2013 (Wien) Q.: WIFO-Berechnungen, AMS, HV, SCHLUSSFOLGERUNGEN Zusammenfassend können folgende Relationen im Vergleich zwischen Wien und Gesamtösterreich festgehalten werden (vgl. auch Abbildung 19): In Wien leben ? gut 20% der österreichischen Bevölkerung ? 27% der Personen mit max. Pflichtschulabschluss ? 39% der AkademikerInnen 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0 Österreich Deutschland Slowakei Ungarn Tschechien Polen Rumänien Bulgarien Rest EU 15 Rest EU 27 Eh m.Jug slawien (ohne SLO) Türkei Rest Welt Gesamt In % des Arbeitskräfteangebots nach Nationalitäten ALQ 2008 ALQ 2013