WIEN WÄCHST ARBEITERKAMMER WIEN 121 Für den finanziellen Spielraum für investive Zwecke ist weiters die Entwicklung der öffentlichen Ver- schuldung maßgeblich. Abbildung 5 zeigt, dass Wien (als Land und Gemeinde) über lange Jahre hinweg im Vergleich zum Gesamtschuldenstand der anderen Gemeinden und Länder Österreichs einen unterdurchschnittlichen Schuldenstand aufwies (hier mangels Daten ohne Schulden ausge- gliederter Einheiten). Erst im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist ein deutliches Wachstum der Verschuldung der Länder einschließlich Wien festzustellen. Die Gemeinden (ohne Wien) wiesen demgegenüber eine im Durchschnitt sogar fallende Pro-Kopf-Verschuldung auf (s.a. Bröthaler und Getzner, 2014). Abbildung 5: Verschuldung Wiens (als Land und Gemeinde) im Vergleich zu den durch- schnittlichen Schulden aller anderen österreichischen Gemeinden bzw. Länder (EUR pro Einwohner/in, Preisbasis 2012) Quelle: Statistik Austria (2013); GemBon (2014); eigene Berechnungen (2014). Für die Finanzierung von Infrastrukturen bedeutet dies, dass die Finanzierung über Kreditaufnah- men (so diese erwünscht ist) in näherer Zukunft noch keine wesentlichen Probleme erwarten lässt. Jedoch ist auch für Wien selbst die Kreditaufnahme nicht unbeschränkt möglich, und zwar (kurzfris- tig) nicht wegen der fehlenden Kreditwürdigkeit, sondern aufgrund der politisch-rechtlichen Festle- gungen im Rahmen des europäischen und innerstaatlichen Fiskalpaktes zur Begrenzung übermäßi- ger Verschuldung des öffentlichen Sektors und zur Erreichung eines gesamtstaatlichen nachhaltigen Budgetpfads. ZUR FISKALISCHEN RENTABILITÄT VON STADTERWEITERUNGSPROJEKTEN Eine wichtige Kennzahl, auch im Hinblick auf den zukünftigen laufenden Mittelbedarf bei der Reali- sierung von Stadterweiterungs- und -entwicklungsprojekten, ist die sog. „fiskalische Rentabilität“ derartiger Vorhaben. Es ist hierbei zu überprüfen, ob unter Einrechnung sämtlicher Ausgaben der Stadterweiterung sowie sämtlicher damit verbundener Einnahmen eine Finanzierungslücke entsteht, 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 in Eu ro p ro Ei nw oh ne r/ in (r ea l, Pr ei sb as is 20 12 ) Wien Gemeinden ohne Wien Länder ohne Wien G+L (ohne Wien)