WIEN WÄCHST 122 ARBEITERKAMMER WIEN die aus dem laufenden Haushalt (oder über Schuldenaufnahme) zu bedecken ist. Wie oben bereits erwähnt, ist Stadtwachstum einerseits mit Ausgaben, z.B. für neue Infrastrukturen verbunden, ande- rerseits entstehen auch Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen (z.B. höhere Kommunalsteuer durch Beschäftigungswachstum; höhere Einnahmen aus dem Finanzausgleich durch Bevölke- rungswachstum). Eine Schätzung des zukünftigen Netto-Finanzierungsbedarfs erfordert somit ein Modell, welches die vielfältigen Dimensionen und Wirkungen, die mit dem Stadtwachstum bzw. mit Stadterweiterungsprojekten verbunden sind, abbilden kann. Die unten stehende Abbildung zeigt im Überblick die Ausgaben und Einnahmen, die in der fiskalischen Wirkungsanalyse zu erfassen sind. Einnahmen und Ausgaben der Stadt Wien infolge von Stadterweiterungsprojekten Quelle: WIFO/IFIP, FiWiStep (2012). Das zur Ermittlung der fiskalischen Rentabilität angewandte Modell (FiWiStep) enthält mehrere Mo- dule, die jeweils wieder auf Modellen der Regionalwirtschaft sowie des Finanzausgleichs beruhen (Abbildung 6). Ausgangspunkt hierbei ist die genaue Darstellung und Abgrenzung des Planungsge- bietes sowie der Definition von Entwicklungsszenarien. Auf Basis der zu erwartenden Anzahl an Einwohner/innen, der Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung im Planungsgebiet (z.B. Schaffung von Betriebsstätten), sowie einer Reihe von Modellannahmen (z.B. Standardkostensätze für Infrastrukturen) wird der Bedarf an Infrastrukturen und die damit verbundenen Kosten der Investi- tion sowie des laufenden Betriebs und der Erhaltung geschätzt. Die externen Module modellieren einerseits die (regionale) Konjunktur unter der Annahme des Stadtwachstums, und andererseits die Mittelströme (Verteilung) der öffentlichen Einnahmen im Finanzausgleich. Diese einzelnen Module und Berechnungsschritte ergeben eine Gegenüberstellung sämtlicher kommunaler Einnahmen und Ausgaben bei der Realisierung von Stadterweiterungsprojekten, um den Netto-Finanzierungsbedarf und die fiskalische Rentabilität derartiger Projekte zu schätzen. Sensitivitätsanalysen (z.B. unter- schiedliche Annahmen über die Kosten der zu schaffenden Infrastrukturen, optimistischere versus pessimistischere Annahmen über die Zahl der zusätzlich generierten Arbeitsplätze) runden die Er- gebnisdarstellung ab. Es ist zu betonen, dass die fiskalische Rentabilität eine Beurteilung des Stadtwachstums (bzw. von Stadtentwicklungsprojekten) ausschließlich aus Sicht des kommunalen Haushalts ist. Zudem ergibt die Analyse die Höhe des Netto-Finanzierungsbedarfs (oder des Über-