Motivation von Lehrlingen öibf 17 Im Kontext der Lehre ist zu erwarten, dass die Vereinbarung von „SMARTen“ Zie- len zu gesteigerter Motivation und letztlich zu besseren Arbeits- und Ausbil- dungserfolgen führen kann. Besonders effektiv sollten dabei solche Ausbildungs- ziele sein, • die klar definiert sind, • die herausfordernd, aber erreichbar sind, • die einen klaren Zeithorizont haben, • deren Erreichungsgrad gemessen werden kann, • die von Feedback begleitet sind und • die in Absprache mit den Lehrlingen vereinbart werden. IV.4.4 Flow-Theorie Die Wichtigkeit einer Balance zwischen Unter- und Überforderung, die in der Zieltheorie anklingt, steht im Zentrum der von Csikszentmihalyi (1975, 1992) entwickelten Flow-Theorie. Ihr zufolge gibt es einen optimalen Bereich des Ar- beitsflusses – einen „Flow“ –, der dann entsteht, „(…) wenn eine subjektiv be- deutsame Tätigkeit als Herausforderung erscheint und die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Herausforderung als voll entsprechend erlebt werden“ (Ro- senstiel/Nerdinger 2011, S. 394). In diesem Bereich ist das Potenzial für intrinsi- sche Motivation besonders hoch und im Idealfall wird die Tätigkeit selbst zu ih- rem eigenen Antrieb. Im Zusammenhang der Lehre ist die Flow-Theorie insofern interessant, als sie zeigt, dass mit wachsenden Fähigkeiten auch herausforderndere Tätigkeiten not- wendig sind, um das Flow-Erlebnis zu erreichen. Abb. 8: Das Flow-Modell nach Csikszentmihalyi Quelle: Rosenstiel/Nerdinger 2011, S.394