Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr öibf 34 Berufsschulen statt), in der Schulwissen abgefragt19 wird. Zudem müssen Lehrlin- ge, die das Lehrziel der letzten Berufsschulklassen nicht erreicht haben (§23 Abs. 8 BAG), zusätzlich noch den theoretischen Teil der LAP absolvieren. Unter Be- rücksichtigung dieses Zusammenhangs könnte ein Teil der Risikogruppe für einen Nicht-Antritt auf der Grundlage von beobachteten Berufsschulleistungen gezielt angesprochen werden. Der geografische Aspekt (Wien/übrige BL) hat einen marginalen Einfluss auf die Antrittswahrscheinlichkeiten, der statistisch nicht auf Unterschiede in den Aus- bildungsbedingungen oder der soziodemografischen Struktur der Lehrlinge zu- rückzuführen ist. Über die Gründe für dieses Ergebnis können höchstens Vermu- tungen angestellt werden. Es könnten endogene Faktoren wie unterschiedliche Rahmenbedingungen bei der LAP (Prüfungsmodalitäten, Prüfungsanforderungen, Organisatorisches, etc.) aber auch exogene Faktoren wie ein großer regionaler Arbeitsmarkt und vielfältige weitere Bildungsoptionen dabei eine Rolle spielen. Einschränkend muss bei dieser Diskussion der Ergebnisse aber festgehalten wer- den, dass hier die Motive und Faktoren, die die Antrittswahrscheinlichkeit beein- flussen, diskutiert und keinerlei Aussagen über die Erfolgswahrscheinlichkeit ge- troffen werden. In Bezug auf die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der LAP dürften dann wieder Faktoren wie Ausbildungsqualität, Erfolg in der Berufsschule und Prüfungsangst entscheidend sein. Infolgedessen dürfte die Gruppe der Nicht- Antretenden und derjenigen die die LAP negativ absolvieren unterschiedlich zu charakterisieren sein. Folglich müsste dies bei der Gestaltung von Vorbereitungs- angeboten und Maßnahmen zur Erhöhung der Antrittsraten berücksichtigt wer- den. VI. Unterstützungsbedarf der Lehrlinge für die Lehrabschluss- prüfung Nachdem in den obigen Abschnitten versucht wurde, ausbildungsbezogene Fakto- ren und Merkmale zu untersuchen, die einen Effekt darauf haben, wie sich die Lehrlinge auf die LAP vorbereitet fühlen und die auf die subjektive Antrittswahr- scheinlichkeit einwirken, soll hier nun darauf eingegangen werden, welche Vorbe- reitungsmaßnahmen und Angebote sich die Lehrlinge hinsichtlich der LAP wün- schen oder wünschen würden. Die forschungsleitende Fragestellung dieses Abschnitts lautet somit: • Welche Vorbereitungsmaßnahmen und Angebote wünschen sich die Lehr- linge vor dem Antritt zur Lehrabschlussprüfung? Und zwar in Hinblick auf: o Höhe des Unterstützungsbedarfs o Art und Ort der Unterstützung o Merkmale der Lehrlinge mit hohem Unterstützungsbedarf VI. 1 Hoher allgemeiner Unterstützungswunsch Generell zeigt sich, dass sich die Lehrlinge in Bezug auf die Vorbereitung zur LAP sowohl vom Betrieb als auch von der Berufsschule „etwas mehr“ bzw. „viel mehr“ Unterstützung wünschen würden (Abbildung 14). Jener Anteil, der die Unterstützungsleistung des Betriebes bzw. der Berufsschule als genau richtig einschätzen beträgt jeweils mehr als ein Drittel. Hinsichtlich des 19 So fasst eine Berufsschullehrerin die negativen Punkte der LAP aus der Sicht der Lehrlinge zu- sammen (Rückmeldung per E-Mail).