Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr öibf 45 geringer Antrittswahrscheinlichkeit, bereits für sich die Entscheidung getroffen haben, nicht zur LAP anzutreten und daher keine Unterstützung mehr benötigen. Mögliche Unterstützungsangebote um diese Gruppe noch zu einem Prüfungsan- tritt zu bewegen, müssten demnach bereits in früheren Ausbildungsphasen anset- zen. VII. Versuch einer Charakterisierung der Risikogruppe Dieser Abschnitt stellt einen Vorschlag vor, die Lehrlinge nach ihren Hauptmerk- malen mit Hilfe eine Clusteranalyse zu klassifizieren. Die Clusteranalyse ist ein exploratives automatisiertes Verfahren, zur Entdeckung von Strukturen in einer Grundgesamtheit. Basis des Verfahrens stellt eine statistische Analyse von Ähn- lichkeits- bzw. Unähnlichkeitsstrukturen einer Grundgesamtheit dar, in der sich ähnliche Fälle oder Variablen zu Gruppen (Clustern) zusammengefasst werden23. Für die Clusterung wurden die Indizes „Ausbildungsqualität“, „Erfolg Berufsschu- le“, „Prüfungsangst“, sowie die Variable „LAP-Vorbereitungsgrad“ herangezogen, anhand dessen die Cluster klassifiziert werden sollten. Es ergaben sich fünf Clus- ter, die sich inhaltlich sinnvoll interpretieren lassen und eine gewisse Trennschär- fe aufweisen, wie die grafische Darstellung der Clusterlösung aufzeigt (Abbildung 22). Abbildung 22: Ergebnis der Clusteranalyse Quelle: öibf LAP-Befragung 2013. Die folgende Grafik ist eine auf zwei Dimensionen (Hauptkomponentenanalyse) reduzierte Darstel- lung, durchgeführt mit dem Paket Clusplot des Statistikprogramms R. Distanzmatrix: Euklidische Distanz. Clustermethode: Ward-Verfahren. Die fünf Gruppen der Clusterlösung sind in etwa gleich groß24. Die Gruppen lassen sich wie folgt charakterisieren (Tabelle 8): • Gruppe A: Die Lehrlinge, die zu dieser Gruppe gehören, lassen sich durch eine hohe Einschätzungen zur Ausbildungsqualität, Erfolg in der Berufs- schule und subjektiven LAP-Vorbereitungsgrad sowie geringe Prüfungs- angst charakterisieren. 23 Weiterführende Informationen zur Clusteranalyse bieten Backhaus (2011, S. 395–456) 24 Auch zurückzuführen auf die Ward-Methode, die zu relativ gleichmäßigen Clusterbildungen führt.