1. Einführung 1.1. Einführung 1.1.1. Ausgangslage Seit 16 Jahren verleiht der Verein sprungbrett den amaZone Award an Betriebe, die Frauen und Mädchen in nichttraditionellen Berufen ausbilden. Auf Grundlage von Interviews mit den weiblichen Auszubildenden einerseits und mit AusbildnerInnen andererseits, kürt eine Fachjury aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft die Siegerbetriebe in tech- nisch-handwerklichen Branchen in der Region Wien, die eine besonders quali- tätsvolle, mädchen- und frauenfreundliche Ausbildungspraxis auszeichnet. Der Fachjury geht eine Vorauswahl der sprungbrett Mitarbeiterinnen voran, die je drei intern als gut bewertete Unternehmen für die Kategorie Klein- und Mittelbetriebe, für die Kategorie Großbetriebe sowie für die Kategorie Öffentliche und Öffentlichkeitsnahe Unternehmen vorlegt. Entscheidend für die Auswahl ist die vorbildliche und engagierte Lehrausbildung von Mädchen und jungen Frauen in technischen und handwerklichen Berufen. Die Qualität der Lehrausbildung wird auf Basis der geführten Interviews anhand entwi- ckelter Referenzindikatoren in einem diskursiven Prozess bewertet. Seit 2001 kann auf eine erhebliche Menge von digitalisierten Daten zugegriffen werden, die eine Entwicklung des amaZone Wettbewerbs in den letzten zehn Jahren nachvollziehbar machen. Dabei wurden drei Schwerpunktsetzungen gewählt, die im Folgenden näher ausgeführt werden. 1.1.2. Forschungsinteresse und Ziele Gemeinsam und in Abstimmung mit der Arbeiterkammer Wien hat sprung- brett die Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit dem Thema Ausbildung von Frauen und Mädchen in handwerklich-technischen Berufen genutzt und auf drei Ergebnisebenen wissenschaftlich fundiert: a) Mit den amaZone Trends over Time, den Entwicklungen um den Wettbewerb seit 2001 (siehe Kapitel 2), b) mit den durch sprungbrett Expertinnen festgehaltenen Qualitätsmerk- malen für die Ausbildung von Mädchen und Frauen in Handwerk und Technik (siehe Kapitel 3) c) und mit den Erfahrungen und Orientierungen von Lehrmädchen- und Frauen in einem männlich konnotierten Berufsfeld (siehe Kapitel 4). Diese drei Ergebnisebenen komplementieren das Wissen um die Bewerbungs- strukturen rund um den amaZone Award seit 2001, sie veröffentlichen Ergeb- nisse der sprungbrett Qualitätsdiskussion um frauen- und mädchenförder- liche Ausbildungspraktiken in Handwerk und Technik und sie bieten einen analyseorientierten Einblick in die Lehrsituation von Lehrmädchen und Frauen in einer »fremden« Domäne. 1.1.3. gewonnene Erkenntnisse Das erste Kapitel bietet eine Einführung in die Ziele und Fragestellungen der vorliegenden Untersuchung, erläutert die verwendeten Begriffe und gibt Einblick in die methodische Herangehensweise. Das zweite Kapitel widmet sich den amaZone Trends over Time und spannt so den amaZone Kontext und die Bewerbungslage seit 2001 in einem größeren »Ich glaub, sie wissen halt, dass wir Mädchen sind« Wien, Dezember 2011 4