2. amaZone Trends over Time 2.1. Der amaZone Award 1996–2011: Die amaZone Idee wächst Der Verein sprungbrett ist Träger einer Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen und befasst sich seit 1989 mit der bestehenden geschlechts-spezifischen Segregation des Arbeitsmarktes als einem Hindernis für die gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Dieses Ziel wird vorwiegend über den Weg einer umfassenden und geschlechtsspezifischen Berufsorientierung von jungen Frauen durch Beratung und verschiedene Workshop-Angebote im Prozess der Berufsorientierung vor Beginn einer Lehre verfolgt. Denn 46% aller lehrstellensuchenden, jungen Frauen entscheiden sich noch immer für die drei Lehrberufe Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin.3 Diese drei Ausbildungen sind im Vergleich zu anderen, insbesondere handwerklich-tech- nischen Branchen gering entlohnte Beschäftigungsbereiche.4 Hierbei geht der Verein sprungbrett davon aus, dass ein verhältnismäßig enges Berufswahlspektrum junger Frauen zu einer geringen Partizipation in der Gesamtheit aller Lehrberufe und Facharbeitsplätze führt. Die Unterrepräsen- tation von Frauen in technischen, handwerklichen Berufsbereichen wird so be- dingt und die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt untermauert.5 Eine Erweiterung des Berufswahlspektrums junger Frauen ist daher integraler Bestandteil der am Individuum orientierten Beratung. sprungbrett ging mit der Idee zum amaZone Award erstmals 1995 an die Öffentlichkeit und lud Betriebe und Non Profit Organisationen ein, ihr Enga- gement in den Lehrausbildungen von Mädchen und Frauen in Handwerk und Technik sichtbar zu machen und an einem Wettbewerb teilzunehmen. Der Preis konnte nach einer Bewerbungsphase erstmals 1996 vergeben werden.6 Wichtige KooperationspartnerInnen waren dabei von Anfang an politische Ver- treterInnen, LehrausbildnerInnen und die Sozialpartnerschaft (Industriellen- vereinigung sowie Wirtschafts- und Arbeiterkammer Österreich), Medien und nicht zuletzt in Lehrausbildung stehende (junge) Frauen. Der amaZone Award ist Bestandteil der Öffentlichkeits- und Awareness Raising Arbeit der Bera- tungsstelle sprungbrett. Die finanziellen Ressourcen für die Durchführung sind an die jeweilige Förderhöhe der Non Profit Organisation gebunden. Wiener Betriebe mit (jungen) Frauen in handwerklich-technischen Lehraus- bildungen können sich um den jährlich ausgeschriebenen Award bewerben. sprungbrett Mitarbeiterinnen besuchen die Unternehmen, führen Gespräche mit Personalverantwortlichen, AusbildnerInnen wie Auszubildenden, tragen das Datenmaterial zusammen und legen es einer Fachjury bestehend aus Ver- treterinnen der Sozialpartnerschaft zur Bewertung vor.7 Die Qualität der Lehr- »Ich glaub, sie wissen halt, dass wir Mädchen sind« Wien, Dezember 2011 12 3 Vgl. sprungbrett (2008): Ausbilden für die Zukunft – ein Leitfaden für Unternehmen, die Mädchen in handwerklich- technischen Berufen ausbilden, S. 4 4 Vgl. WKO (2010): Lehrlingsstatistik; http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=357230&DstID=17, Download am 26.11.2011 5 Vgl. Statistik Austria (2009): Brutto- und Nettojahreseinkommen der Lehrlinge http://www.statistik.at/web_de/stati- stiken/soziales/personen-einkommen/jaehrliche_personen_einkommen/index.html Download am 26.11.2011 6 vgl. Die Begleitforschung von Andrea Sanz zu den ersten beiden amaZone Awards: Sanz, Andrea (1998): amaZone Dokumentation, erschienen im sprungbrett Eigenverlag. Obwohl die amaZone Idee 1995 geboren wurde, berufen wir uns in dieser Untersuchung auf 1996 als erstes amaZone Award Jahr. Im ersten und zweiten Jahr konnten sich auch Non Profit Organisationen um den Preis bewerben, ab 1998 nur noch Betriebe mit Lehrausbildung (vgl. ebd.). 7 Eine Auflistung der Zusammensetzung im Jahr 2011 liegt dem Anhang beispielhaft bei.