VORWORT Die vorliegende Studie wurde von der kommunalpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Wien in Auf- trag gegeben um, die Lebenswelten junger Menschen in Wien zu beleuchten. Jugendliche und junge Erwachsene sind mit unterschiedlichen Herausforderungen und gesellschaftlichen Prozessen des Wandels konfrontiert. Um auf diese Veränderungen reagieren zu können und für die jungen WienerIn- nen geeignete und unterstützende Rahmenbedingungen zu schaffen, gilt es Prozesse des Wandels wie auch unterschiedliche sozioökonomische Voraussetzungen zu erfassen, um daraus wichtige Forderun- gen für die Kommunalpolitik in Wien abzuleiten. Diese Studie verfolgt außerdem das Ziel, der Homogenisierung des Jugendbegriffs unterschiedliche Lebensbedingungen entgegen zu halten. Wenn über junge Menschen gesprochen wird, zeigt sich häu- fig eine Tendenz zur Vereinheitlichung. Die Jungen werden oft als einheitliche Gruppe dargestellt und wahrgenommen. Allein das Alter bildet jedoch keine hinreichende Grundlage zur Erfassung der Le- bensverhältnisse. Junge Menschen sind ein Spiegel der Gesellschaft, sie befinden sich wie alle ande- ren in spezifischen sozialen Lagen. Neben dem Alter sind sozioökonomische Hintergründe und Ressourcenausstattung, Ausbildung und Status der Eltern, Bildungswegentscheidungen, der Berufseinstieg, der Auszug aus dem elterlichen Haushalt oder die Geburt eines eigenen Kindes wichtige Einflussgrößen im Leben eines jungen Men- schen. Die differenzierte Betrachtung unterschiedlicher junger Gruppen ist notwendig und geboten. Zunehmende gesellschaftliche Pluralisierung und wachsende soziale Ungleichheit prägen auch junge Lebenswelten. Ein Ziel dieser Studie ist es daher auch, ausgehend von Lebensbedingungen und prä- genden Faktoren, zu einer Beschreibung der verschiedenen jungen BewohnerInnengruppen Wiens zu gelangen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, kommunalpolitische Voraussetzungen wie leistbaren Wohn- raum, kulturelle und soziale Einrichtungen und Förderstrukturen sowie benachteiligende Faktoren wie Geschlecht und Migrationshintergrund zu reflektieren, um im Sinne einer gerechten und sozial ausge- wogenen Stadtentwicklung treffsichere Maßnahmen und Strategien zu entwickeln. Katharina Hammer Wien, April 2015