JUNGE MENSCHEN IN WIEN 12 ARBEITERKAMMER WIEN Tabelle 10: Zusätzliche Kriterien zur Definition von Überbelag Anzahl Personen Max. Wohnfläche pro Person in m 2 Min. Wohnfläche pro Person in m 2 1 45 25 2 38 22 3 33 19 4 30 18,5 5 28 18 6 27 17,5 7 und mehr >=27 17 Quelle: MA 18 1.2.2 Wie kann man die Lebensqualität der jungen Menschen in Wien steigern? Wien wächst. Die Stadt Wien befindet sich in einer sehr starken Wachstumsphase. Im Jahr 2030 wird Wien voraussichtlich mehr als 2 Millionen EinwohnerInnen haben. In den nächsten 10 Jahren steigt die Zahl der jungen WienerInnen zwischen 15 und 30 Jahren um 5 Prozent (19.000), die Zahl der unter 15-Jährigen um 16 Prozent. Schon in den nächsten Jahren könnte Wien laut Prognosen das „jüngste“ Bundesland Österreichs werden (MA 23 2014). Dabei ist Wien eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Dieser Befund heißt nicht, dass junge Menschen in Wien ohne Sorgen und Probleme sind und dass die Lebensqualität nicht weiter verbessert werden kann. Das künftige Wachstum bringt ebenso neue Herausforderung für die jungen Menschen in Wien. Aber wenn man die Lebensqualität Wiens weiter steigern will, wo soll man da ansetzen? Welche Hebel, welche Strategien erzielen die größte Wirkung? Um diese Frage zu beantworten, wurde eine Reihe von Kausalmodellen berechnet – insgesamt fünf Regressionsmodelle werden hier dargestellt. Regressionsanalysen dienen zur Feststellung von Be- ziehungen zwischen einer abhängigen (zu erklärenden) Variable und einer oder mehreren unab- hängigen (erklärenden) Variablen (Backhaus 2008: 52). Wir versuchen mit unseren Modellen zu erklären, wie die allgemeine Lebenszufriedenheit der jun- gen Menschen gesteigert werden kann. Da der Datensatz sehr viele Indikatoren enthält, konnte eine große Anzahl von möglichen Einflüssen in der Berechnung berücksichtigt werden. So konnten die wesentlichsten Einflussfaktoren identifiziert und Modelle mit starker Aussagekraft erstellt werden. Die stärksten Einflüsse geben Hinweise auf die größten Unterschiede zwischen Untergruppen. Die- se Modelle haben den Bericht wesentlich beeinflusst. Sie geben Aufschluss darüber, welche Unter- schiede strategisch relevant sind und eines besonderen Augenmerks bedürfen. Einerseits ermöglichen die Modelle, Gruppen zu analysieren, die von negativen Umständen beson- ders betroffen sind, andererseits helfen sie, den Bericht auf die wirklich wichtigen Lebensumstände zu konzentrieren. Die allgemeine Zufriedenheit ist bei den jungen Menschen generell hoch (Grafik 31 siehe Anhang). Dennoch existieren unter den jungen Menschen bestimmte Gruppen, deren Lebensumstände starke Unzufriedenheit zur Folge haben. Zufriedenheit und Unzufriedenheit sind Indikatoren für die seeli- sche Gesundheit und können so als Indikatoren für Lebensqualität interpretiert werden.