JUNGE MENSCHEN IN WIEN 52 ARBEITERKAMMER WIEN 4. LEBEN IN WIEN: WOHNUMGEBUNG, FREIZEIT, MOBILITÄT Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kapiteln werden hier keine allgemeinen strukturel- len Merkmale behandelt, sondern zunächst die Einflüsse auf die Zufriedenheit mit Wien sowie ver- wandte Themen. Danach wird auf die für die Kommunalpolitik interessanten Themen Freizeitverhal- ten und Mobilität eingegangen. Wie in Kapitel 1.2.1 beschrieben, zeigen die Fragen zur Infrastruktur Wiens sowie zur Beurteilung des Wohngebietes, dass diese Themen den größten Einfluss auf die Zufriedenheit mit Wien („lebe gerne in Wien“) haben. 4.1 Faktoren der Zufriedenheit mit Wien Wichtig für ein zufriedenes Leben in Wien in Bezug auf die Wohnumgebung ist die Erholungsqualität durch ausreichend Grünanlagen. Die Nähe zu Grünanlagen wird von der Mehrheit der jungen Men- schen gut bewertet (80 Prozent; Grafik 22). Nicht ganz so zufrieden sind sie dagegen mit der Be- grünung in der unmittelbaren Wohnumgebung, die von „nur“ etwas mehr als 60 Prozent positiv beur- teilt wird. Ebenso ausschlaggebend für die Zufriedenheit ist die Nähe zu Gesundheitseinrichtungen, die von 85 Prozent der Befragten als gut bewertet wird. Auch die Menschen in der Nachbarschaft und das Ansehen des Wohnviertels werden positiv bewertet (75 bzw. 68 Prozent). ? Weniger zufrieden mit der Nähe zu Grünanlagen sind junge WienerInnen, die das Eltern- haus bereits verlassen haben, insbesondere Personen in Wohngemeinschaften (insgesamt sagen 55% „sehr gut“ während es hier nur 32% sind). ? Darüber hinaus sind Zugezogene etwas weniger zufrieden mit der Nähe zu Grünanlagen (55% zu 48%). ? Etwas unzufriedener mit der Nähe zu Grünanlagen und der Begrünung in der unmittelbaren Wohnumgebung sind Personen in privater Hauptmiete und armutsgefährdete junge Wiene- rInnen. ? Personen in Wohngemeinschaften sind darüber hinaus weniger zufrieden mit der Nähe zu Gesundheitseinrichtungen (56% zu 42%). ? Mit den Menschen in der Nachbarschaft unterdurchschnittlich zufrieden sind zum einen Per- sonen, die nicht erwerbstätig und nicht in Ausbildung sind (37% zu 25%) sowie Frauen zwi- schen 21 und 25 Jahren und wiederum Personen in Gemeindewohnungen (nur je 29% be- urteilen hier mit „sehr gut“ ). Nach Wohnbezirke betrachtet, zeigt sich kein Unterschied in der Beurteilung des Wohngebietes. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Stadt Wien nach Bezirken eine eher gerin- ge Segregation aufweist und die Daten hierfür zu grob einteilen. Hier wären Daten auf der Ebene von Bezirksteilen nötig.