Wirtschaftspolitik – Standpunkte. 04 | 2012. seite 16 von 26 iese Feststellungen bestätigen die Daten aus einer groß angelegten Er- hebung, die, koordiniert durch die Euro- päische Zentralbank, in allen Euro-Staaten durchgeführt wurde. In Österreich wurde sie von der Oesterreichischen National- bank 2010 vorgenommen. wie hoch ist das Vermögen? Die privaten Haushalte sind in Österreich insgesamt nicht arm: Mit etwa 1.063 Milliarden Euro liegt ihr Bruttovermögen über 3?-mal so hoch wie das jährliche Bruttoinlandspro- dukt. Im Vergleich zu den Staatsschulden ist das Vermögen privater Haushalte sogar über 5-mal so hoch (siehe Grafik 1). wie ist das Vermögen in Österreich ver- teilt? Dieses Vermögen ist aber extrem ungleich verteilt (siehe Grafik 2). Die reichsten 5% aller Haushalte verfügen über 45% des Bruttovermögens. Knapp 190.000 Haushalte besitzen somit zusammen fast 500 Milliarden Euro, beinahe die Hälfte des gesamten privaten Vermögens. Jeder dieser Haushalte nennt mindestens eine knappe Million Euro sein Eigen, im Durchschnitt sind es beachtliche 2,6 Millionen Euro. Neben diesen reichsten 5% gibt es noch 15% vermögende Haushalte. Das sind Haushalte, deren Vermögen zwischen 330.000 und 980.000 Euro liegt. Diese 15% vereinen beinahe 30% des Bruttover- mögens auf sich. Die obersten 20% aller privaten Haushalte Österreichs besitzen somit drei Viertel des gesamten Brutto- vermögens. Die restlichen 80% der Haushalte tei- len sich das verbliebene Vermögensviertel (siehe Grafik 2). Davon entfällt der Lö- wenanteil des Vermögens auf Haushalte der „oberen Mitte“, die im Durchschnitt über rund 200.000 Euro verfügen. Sie halten über 20% des Gesamtvermögens. Somit verbleibt für die vermögensärmere Hälfte (50%) aller privaten Haushalte we- niger als 4% des gesamten Bruttovermö- gens, rund 40 Mrd. Euro. Im Durchschnitt haben diese Haushalte ein Bruttovermö- gen von 22.000 Euro. Das unterste Vier- tel der österreichischen Haushalte hält nur noch ein Vermögen von unter 11.000 Euro. wie setzt sich das Vermögen zusammen? Die Arten von Vermögen, die Haushalte besitzen, sind sehr unterschiedlich. Bei- nahe alle Haushalte haben ein Girokonto, aber vermögensreiche Haushalte halten weit häufiger Aktien und Unternehmens- beteiligungen (inklusive Landwirtschaften) als Haushalte in den unteren 50%. Der größte Teil des Vermögens öster- reichischer Haushalte ist Sachvermögen (siehe Grafik 3). Laut OeNB-Erhebung beläuft es sich auf 886 Milliarden Euro. Dieser hoher Anteil von 83,4% ergibt sich aus der großen Bedeutung von Immo- bilien und Unternehmensbeteiligungen. Selbstgenutzte Wohnungen und Wohn- häuser machen über 44% des gesamten Bruttovermögens aus, Immobilien insge- samt über 55%. Unternehmensbeteiligun- gen (inklusive Landwirtschaften) haben einen Anteil von knapp 25%. Das Finanzvermögen in Höhe von 176 Milliarden Euro macht lediglich 16,6% des Bruttovermögens aus. An der Erhebung haben allerdings keine „superreichen“ Haushalte teilgenommen. Diese halten je- doch als einzige Gruppe größere Teile ih- res Vermögens in Finanztiteln. Deshalb ist die Höhe des Finanzvermögens insgesamt deutlich untererfasst. vermÖgenSverteilung in ÖSterreich viele haben Wenig und Wenige haben viel VerMÖgen SinD in ÖSTerreich äuSSerST ungleich VerTeilT. Der priVaTe VerMÖgenSbeSiTz iST in Den hänDen einiger Weniger, Die hälFTe VerFügT über nahezu Kein VerMÖgen. eS gibT - iM gegenSaTz zu Den einKoMMen – beiM VerMÖgen nur eine SchMale MiTTelSchichT. zuDeM SpielT Für Den VerMÖgenSauFbau leiSTungSloSeS einKoMMen - in ForM Von erben - eine zenTrale rolle. d die reichsten 5% aller Haushalte verfügen über 45% des bruttovermögens. die restlichen 80% der Haushalte teilen sich das verblie- bene Vermögensviertel.