Jahr 2020 – und in weiterer Folge im Jahr 2030 – erreicht werden, ist eine Nachschärfung der bestehenden Regelung notwendig: Stärkung der Monitoringstelle: Der Vollzug des Energieeffizienzgesetzes, insbesondere die Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen der energieverbrauchenden Unternehmen und der Energielieferanten ist eine zentrale hoheitli- che Aufgabe. Der Energieeffizienz-Monitoring- stelle muss daher Behördenstatus eingeräumt werden. Die Monitoringstelle muss zudem eine ausreichende personelle und finanzielle Aus- stattung erhalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Monitoringstelle unabhängig agieren kann und nur Maßnahmen angerech- net werden, die in der Realität tatsächlich zu den entsprechenden Energieverbrauchsein- sparungen führen. Einsparziel nachschärfen: Das Einsparziel muss nachgeschärft werden. Die Verpflichtung der Energielieferanten jedes Jahr Maßnahmen zu setzen, welche den Energieverbrauch um 0,6% senken, ist nicht ausreichend um das Ziel für 2030 zu erreichen. Da Elektrizität klimafreundlich erzeugt werden kann und vielfältig verwendbar ist, wird sie in Zukunft immer öfter andere Energieträger er- setzen. Beispiele dafür sind Elektroautos im Verkehr, aber auch der zunehmende Einsatz von stromgeführten Wärmepumpen. In Summe bedeutet dies: Selbst wenn es gelingt, den Energieverbrauch insgesamt zu senken, die Nachfrage nach Strom wird weiter zunehmen. Der damit verbundene steigende Bedarf an Strom kann nur schwer abgeschätzt werden. Mit einer deutlichen Zunahme ist aber jeden- falls zu rechnen. Um nicht dauerhaft von Stro- mimporten abhängig zu sein, führt daher kein Weg am ambitionierten Ausbau erneuerbarer Stromproduktion vorbei. Österreichs Energie, sprich die Interessensvertretung der Österrei- chischen Energiewirtschaft 3 schätzt das Aus- baupotenzial bis 2030 auf rund 20 TWh. Der „Plan A“ (S.1204) von Bundeskanzler Kern geht sogar noch einen Schritt weiter und visiert einen Ökostromausbau von 24 TWh bis 2030 an. Das würde eine Steigerung der inländi- schen Stromproduktion um 35% bis 42% ge- genüber 2014 bedeuten. Gleichzeitig ent- spricht dies mehr als einer Verdreifachung der geförderten Ökostromproduktion. Zum Ver- gleich: Im Jahr 2015 wurden rund 9 TWh an Ökostrom ins System eingespeist, wobei die Anlagenbetreiber knapp 960 Millionen Euro an Vergütungen (S. 24 5 ) dafür bekamen. Mehr als 2/3 davon sind Förderungen und von den Ver- braucherInnen aufzubringen. Um die ambitio- nierten Ziele zu erreichen, wird es in Zukunft also noch deutlich mehr Fördergelder brau- chen. Das Problem dabei: Das aktuelle Fördersystem für „Ökostrom“6 ist dieser neuen Herausforde- rung nicht gewachsen. War es in der Anfangs- phase nützlich, um möglichst viele erneuerbare Anlagen möglichst rasch in den Markt einzu- bringen, ist es heute nicht mehr zeitgemäß. Es setzt nicht nur falsche Anreize, sondern ist zu- gleich ineffizient und teuer. Mangelnde Trans- parenz führt zu hohen Fördertarifen, die sich nicht an den tatsächlichen Kosten orientieren. Gleichzeitig macht das Festhalten an nicht zu- kunftsfähigen Technologien, wie Strom aus Biogas, das System weiter teuer. Damit nicht genug, setzt das aktuelle System auch falsche Anreize. Mit dem Einspeisetarifsystem lässt sich am meisten Geld verdienen, wenn mög- lichst viel Strom erzeugt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das Problem: Ins- besondere Windkraft- und Photovoltaikanlagen speisen sehr volatil, also unregelmäßig ein – je nach Wetterlage. Das bedeutet Stress für das Stromnetz, denn hohen Leistungsspitzen ste- hen lange Zeiten ohne nennenswerte Einspei- sungen gegenüber. Außerdem haben Anlagen- betreiber bei fixen Abnahmepreisen keinerlei Anreize ihre Stromproduktion zu glätten oder stärker dem Verbrauch anzupassen. Die Folge ist, dass stets konventionelle Kraftwerke als Reserve bereit stehen müssen, um das Strom- netz stabil zu halten oder den fehlenden Bedarf zu decken – und das kostet natürlich auch Geld, viel Geld. Fokussierung auf zukunftsfähige Technologien: Eine Fokussierung auf rohstoffunabhängige, zukunftsfähige Technologien ist notwendig. Strom aus Wasser- und Windkraft aber auch aus Sonnenenergie ist nicht nur deutlich günsti- ger, sondern auch von Rohstoffpreisen unab- hängig. Anreize zur Systemintegration: Das Einspeise- tarifsystem muss durch ein Förderregime er- setzt werden, das zu einer stärkeren Systemin- tegration der Ökostromproduktion führt. Im Kern geht es darum, dass die Anlagenbetreiber den produzierten Ökostrom selbst vermarkten und so stets danach trachten, dann Strom zu liefern, wenn die Nachfrage und damit der Marktpreis hoch sind. Vorstellbar wäre, von Dauersubvention auf einmalige Investitionszu- schüsse umzustellen. Aber auch Aufschläge auf