Großhandelsebene sehr rasch an die privaten EndkundInnen weitergaben, erfolgte die Re- aktion auf gesunkene Großhandelspreise – wie Abbildung 2 zeigt – nur sehr zögerlich und nicht in vollem Ausmaß. Obwohl die Gas -Großhandelspreise zwischen Juli 2008 und Juni 2015 um 60,1% bzw. zwischen Juni 2015 und Februar 2017 um 20,1% gesunken sind, liegen die Haushalts-Preise bei allen ausgewählten Versorgern – mit Ausnahme von drei Gasanbietern – über dem Ausgangs- niveau von Juli 2008; das heißt, sie sind im selben Zeitraum nicht nur nicht gesunken, sondern – im Gegenteil – sogar gestiegen. Die Gesamtkosten eines Haushaltes für den Bezug von Strom und Gas setzen sich aus Kosten für die Netznutzung, Steuern und Abgaben (inkl. Ökostromförderung) sowie dem Preis für die jeweils bezogene Energie- menge zusammen. Nur der Preis für die Energiemenge unterliegt dem Wettbewerb, und die KonsumentInnen können den Anbie- ter wechseln. Erst mit der VKI-Aktion „Energiekosten-Stop“ und durch ein ver- mehrtes Auftreten von reinen Strom- und Gashandelsunternehmen wechselten die Haus- haltskundInnen wesentlich häufiger ihren Ener- gieanbieter. Die VKI-Aktion „Energiekosten-Stop“ startete im Oktober 2013, im Frühjahr 2014 fand dann der erste große gemeinschaftliche Haushalts- Strom- & Gasanbieterwechsel statt. Durch den großen Erfolg der Aktion wird diese nun jährlich durchgeführt, wodurch die Anzahl an Haushal- ten, die ihren Strom- und/oder Gasanbieter gewechselt haben, stark gestiegen ist: Alleine von Frühjahr 2014 bis Herbst 2016 haben rund 385.000 Haushalte ihren Stromanbieter ge- wechselt (rund 150.000 pro Jahr); im Vergleich dazu haben zwischen 2001 bis 2013 insgesamt über 578.000 Haushalte ihren Stromanbieter gewechselt (rund 45.000 pro Jahr; siehe Abbil- dung 3) – das bedeutet insgesamt mehr als eine Verdreifachung. Im Gasbereich zeigt sich eine noch viel höhere Wechselrate: von 2014 bis Herbst 2016 haben rund 139.000 Haushalte ihren Gasanbieter gewechselt; im Vergleich dazu haben zwischen 2003 bis 2013 insgesamt lediglich knapp 133.000 Haushalte ihren Gasanbieter gewechselt – was rund einer Ver- fünffachung entspricht (siehe Abbildung 3). * nach der alten Berechnungsmethodik ** nach der neuen Berechnungsmethodik Quellen: Preisblätter der Gasversorger, Österreichische Energieagentur (ÖGPI), AK- Berechnung