kaum Alternativen zu den durchgeführten Maß- nahmen gegeben habe. Während das Unter- nehmen von den Veränderungen in Summe profitiert habe (55%), ist die Bilanz auf Seiten der Beschäftigten deutlich ungünstiger: mehr Arbeitsdruck (81%), Personalabbau an den Standorten in Österreich (54%) oder Zuge- ständnisse bei Gehältern/Löhnen (40%) sind typische Folgen von betrieblichen Verände- rungsprozessen. Interessant ist, dass Betriebe, die in den letz- ten zehn Jahren häufig umstrukturiert haben, wirtschaftlich nicht erfolgreicher sind als ande- re (gemessen an der Rentabilität im Jahr 2014). Demgegenüber findet sich gerade bei „umstrukturierungsaktiven“ Unternehmen öfter eine negative Entwicklung des Personalstan- des in den Jahren 2013-2014. Umstrukturie- rungen führen somit in der Tendenz zu Perso- nalreduktion sowie zu erhöhter Unsicherheit im Betrieb, dagegen im Durchschnitt der Unter- nehmen nicht zu mehr Gewinn. Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwick- lung des ArbeitgeberInnen-Betriebs in den nächsten drei Jahren fallen ebenfalls ambiva- lent aus. Etwa ein Drittel äußert sich dazu opti- mistisch und demgegenüber ca. 20% pessimis- tisch; die relative Mehrheit positioniert sich da- zwischen. In kleineren Unternehmen (<250 Mit- arbeiterInnen) ist der Pessimismus ausgepräg- ter als in großen (>1.000 MitarbeiterInnen). Re- levante Unterschiede zeigen sich auch zwi- schen einzelnen Branchen, mit viel Optimismus in Produktionssektoren wie Chemie/Pharma oder Metall/Elektro und umgekehrt einem weit überdurchschnittlichen Pessimismus im Ban- kensektor. Eine knappe Mehrheit der Betriebs- rätInnen erwartet in den nächsten drei Jahren keine (weiteren) größeren Umstrukturierungen; in Dienstleistungsbranchen sind Zukunftssor- gen in Bezug auf kostengetriebene Reorganisa- tionen verbreiteter als in der Produktion. 1 Bei den 350 Fragebögen, die in die Auswertung aufgenommen wurden, liegt das Verhältnis zwischen Betrieben aus dem Produktions- vs. Dienst- leistungssektor genau bei 50%. Ca. 25% der Befragten vertreten einen Betrieb aus dem Metall- oder Elektrobereich, gefolgt von Banken (13%); auf die übrigen Branchen sind die erfassten Betriebe recht kleinteilig verteilt. Die erfassten Betriebe befinden sich zu mehr als 40% in Wien, gefolgt von Oberösterreich (17%) und Niederösterreich (10%). Mehr als 40% der Betriebe beschäftigen zwischen 250 und 999 MitarbeiterInnen. In einem Drittel der Betriebe arbeiten mehr als 1.000 Beschäftigte und das verbleibende Viertel umfasst Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeite- rInnen.