38 Außerdem kam die (bislang unbeantwortete) Frage auf, wie oft denn einzelne ArbeitnehmerInnen diese Option ziehen können? Im Endeffekt wurde dann bekanntlich der Kompromiss getroffen, die Freizeitoption weiterhin anzubieten, jedoch mit der Einschränkung einer einmaligen Inanspruchnahme. Um nicht Jahr für Jahr wieder neu disku- tieren zu müssen, wurde 2015 die Verankerung für die nächsten 10 Jahre vereinbart und gleichzeitig die Frage der Inanspruchnahme neu geklärt. Beim getroffenen Kompromiss zeigte sich letztlich wieder die ur- sprüngliche Idee, dass die Freizeitoption eher für ältere ArbeitnehmerInnen gedacht war beziehungsweise offenbar immer noch ist. Anfangsprobleme und Gründe für Vetos der Geschäftsführungen Bei der Einführung der Freizeitoption 2013 kam es zu einigen organisatorischen Komplikationen. Beispiels- weise gab es offenbar Unklarheiten in Bezug auf Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge von Freizeitopti- onsnehmerInnen. Nachdem derartige Probleme ausgeräumt waren, funktioniere mittlerweile alles mehr oder minder reibungslos. „Inzwischen gibt es organisatorisch und abrechnungsmäßig überhaupt keine Prob- leme mehr.“ Auch der administrative Aufwand für Unternehmen, die erst neu in die Freizeitoption einstei- gen, sei vernachlässigbar. Die Arbeit erledigen meist Software-Lösungen. Die Gründe für die häufigen Vetos vieler Geschäftsführungen seien wohl nicht ganz einheitlich, sondern eher eine Mischung aus Abwarten und zusätzlichen Aspekten. Ein kleinerer Teil lehne das Thema Arbeitszeitver- kürzung an sich ab. Die Mehrheit sei zunächst aber einfach skeptisch gewesen. Als Problem wurde beispiels- weise wahrgenommen, dass es sich nicht um eine einheitliche und für alle gleichermaßen gültige Regelung handelt. Denn obwohl Vereinbarungen zur Freizeitoption jeweils einzeln zugestimmt werden muss, entstehe dadurch ein gewisser Druck auf die Geschäftsführung – vor allem sei es schwierig zu argumentieren, wer weshalb die Freizeitoption bekommt und wer nicht. Langfristig gesehen spreche jedoch wenig gegen die Freizeitoption, so Ederer. „Ich glaube, dass das in 10 Jahren ein gängiges Modell sein wird.“ Engpässe und Beschäftigung Die bei der GPA-djp-Umfrage zutage getretenen Probleme bezüglich angehäufter Plusstunden sowie zu vieler Anträge aus ein und derselben Abteilung bestätigt Ederer: „Das wurde von mehreren Mitgliedsfirmen so genannt.“ Ob aus solchen potentiellen Engpässen neue Arbeitsplätze entstehen können, beurteilt Ederer zunächst skeptisch. Ursprünglich hatte die Idee der Freizeitoption mit Beschäftigung jedenfalls nichts zu tun. Dieser Aspekt wurde eher vonseiten der Gewerkschaften eingebracht. Tatsächlich würden Unternehmen kurzfristig wohl eher so reagieren, dass sie die Freizeitoption bei drohenden Personalengpässen schlicht nicht anbieten beziehungsweise genehmigen. Bislang seien also wohl kaum neue Arbeitsplätze entstanden. Mittel- fristig jedoch stünden die Chancen besser. „Es ist ja jetzt alles viel planbarer.“ Da die Freizeitoption nun für 10 Jahre festgeschrieben sei, könnten Unternehmen sich zumindest bei mäßiger Auftragslage überlegen, die