Wien und sein Umland wachsen. Die regionalen Verflechtungen nehmen zu. Aktuell pendeln täglich rund 167.000 Arbeitnehmer/-innen aus Niederösterreich und dem Burgenland nach Wien. Umge- kehrt fahren über 57.000 Wiener/-innen in die beiden Nachbarbundesländer zur Arbeit und zurück. Rund 60.000 Pendler/-innen nutzen die Bahn für ihre Arbeitswege und schon jetzt sind zu Stoßzei- ten die regionalen Pendler/-innenzüge und die Wiener Öffis übervoll. Die AK weiß aus Umfragen unter den Pendler/-innen: Durch mehr Angebote in der Früh und am Abend und durch ausreichend Sitzplätze in den Bussen und Bahnen könnte sich die Zahl der Bahn-Pendler/-innen deutlich erhö- hen. Gibt es keine Initiative in dieser Hinsicht, wird auch der motorisierte Individualverkehr steigen und bald an Kapazitätsgrenzen stoßen. Das hätte nicht nur massive Auswirkungen auf den Stra- ßenverkehr, sondern würde die Lebensqualität der Menschen, die in und um Wien leben, durch Lärm- und Abgasbeeinträchtigungen spürbar beeinträchtigen. Deshalb setzt sich die AK für leistbare Arbeitswege und ein flächendeckendes Angebot an öffentli- chen Verkehrsmitteln ein. Nur so kann es gelingen, die Arbeitswege ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiger zu gestalten. Dazu leistet der S-Bahnverkehr einen wichtigen Beitrag in Wien und vor allem im stadtgrenzüberschreitenden Verkehr. Die Fertigstellung der großen Eisenbahnprojekte (Neubaustrecke Tullnerfeld, Fertigstellung Lainzer Tunnel, Westbahnhof, Hauptbahnhof Wien) waren eine Geduldsprobe für viele Pendler/-innen. Die Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs eröffnet jetzt neue Chancen auf einen qualitativen Quanten- sprung beim öffentlichen Verkehrsangebot in und um Wien. Diese Potenziale müssen in den Fahr- plänen umgesetzt werden. Wo Engpässe bestehen, muss das stadtgrenzüberschreitende S-Bahnnetz noch weiter ausgebaut werden. Konkret bedeutet dies Intervallverdichtungen und an die Arbeitszeiten angepasste Bedienzeiten, insbesondere im Bereich der die Stadtgrenzen überschreitenden Verbindungen auf der Westbahn, Südbahn, Nordbahn, Franz Josefs-Bahn und der betroffenen Ostbahnäste. Grundsätzlich sollte ein 15-Minuten Mindesttakt als Ziel im Schnellbahnnetz realisiert werden, innerstädtisch setzt sich die AK für einen 10 Minuten-Takt ein. Damit immer mehr Pendler/-innen die Bahn nutzen können, müssen die Fahrpläne besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt werden. Weiters braucht es ausreichend viele und qualitativ hochwertige S-Bahn Garnituren, optimierte Umsteigemöglichkeiten in die innerstädtischen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen, sowie eine bessere Vernetzung mit dem zu Fuß gehen und Rad fahren zur Haltestelle. Wie bereits erwähnt, haben die Pendler/-innen in der Ostregion bei den Um- baumaßnahmen viel Geduld bewiesen, nun ist es an der Zeit, dass die neuen Infrastrukturen auch spürbare Verbesserungen bringen. Wo die Potenziale für die Bahnnutzung in der Ostregion liegen, hat die TU gemeinsam mit der AK in der vorliegenden Studie genau analysiert. Markus Wieser Präsident AKNÖ Rudi Kaske Präsident AK Wien Alfred Schreiner Präsident AK Burgenland