Ausgangslage – die Ostregion wächst In der Ostregion wohnen immer mehr Menschen und auch die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Das bedeutet, dass damit sowohl die Zahl der Einpendler_innen nach Wien, als auch jene der Auspend- ler/-innen in das Umland zunimmt. Damit Wien auch weiterhin zu einer der lebenswertesten Städte weltweit zählt und die Standortqualität der Ostregion auf hohem Niveau erhalten bleibt, ist es not- wendig, dass die Wege zwischen Arbeits- und Wohnort für die Arbeitnehmer/-innen möglichst kos- tengünstig und bequem und dabei gleichzeitig für die Anrainer/-innen möglichst ohne Lärm- und Luftbelastung zurückgelegt werden. Um dies zu gewährleisten ist es notwendig, dass ein immer größerer Anteil der Arbeitnehmer/-innen den öffentlichen Verkehr nutzt. Die Arbeiterkammern Wien, Niederösterreich und Burgenland haben in der vorliegenden Studie die TU-Wien damit beauftragt, ausgehend von der geographischen Lage der Wohn- und Arbeitsorte zu untersuchen, wie hoch die Pendler/-innen-Potenziale für die Bahn sind. Darüber hinaus wurde, ausgehend von den Wohnorten, auch untersucht welche Zielbahnhöfe einerseits für die Einpendler/-innen nach Wien im Stadtgebiet relevant sind und welche Destinationen in Niederösterreich und im Burgenland für die Auspendler/- innen eine Rolle spielen. Ausgangsbasis waren die Informationen von rund 228.000 Arbeitnehmer/-innen. Nach Ausschluss von Betrieben mit Filialstruktur und Gewichtung nach Arbeitsverhältnis wurden die geographischen Koordinaten der Wohn- und Arbeitsorte von 144.000 Pendler/-innen bei den Analysen berücksich- tigt. Diese Daten wurden den Bahnhaltestellen zugeordnet, wobei zwischen einem Nahebereich von drei Kilometern (Raddistanz) und einem weiteren Einzugsbereich bis zu neun Kilometern differen- ziert (Pkw-Distanzen) wurde. Bahnpotenziale doppelt so hoch wie die aktuelle Nutzung – rund 93 Prozent der Wiener Ein- und Auspendler/-innen wohnen im Einzugsbereich der Bahn Die größten gewichteten Pendlerpotenziale aus Wohnortssicht zeigen sich an der Süd-, und an der Westachse sowie an der Achse der Kaiser-Franz-Josefs-Bahn. An diesen Bahnachsen wohnen rund 23.400, 17.600 und 12.200 Pendler/-innen, das ist nahezu die Hälfte des gewichteten Gesamtpo- tenzials von rund 123.700 täglichen Bahnpendler/-innen in der Ostregion. Betrachtet man die Be- triebe an den Bahnachsen so ergeben sich gewichtete Pendlerpotenziale von über 139.600 Arbeit- nehmer/-innen, die täglich die Bahn zur Arbeit nutzen könnten. Bei einer wienweiten Erhebung 2009 und 2010 nutzten rund 56.000 Ein- und Auspendler/-innen die Bahn für ihre Arbeitswege. Die Analysen ergeben, dass es, bezogen auf die Lage der Wohn- und Arbeitsorte, mehr als doppelt so viele sein könnten. Im Detail zeigt sich, dass vor allem an den Kor- ridoren Bruck a.d. Leitha und Mödling mit zusätzlich über 17.500 bzw. rund 15.900 möglichen Bahn- pendler/-innen enorme Verlagerungspotenziale vorhanden sind. Weitere Schwerpunkte stellen der Korridor St. Pölten mit über 6.500, sowie die Korridore Klosterneuburg mit rund 6.200 und Stockerau mit zusätzlichen 4.800 Pendler/-innen dar. Für die Möglichkeit der Bahnnutzung ergeben die Daten grundsätzlich eine gute Ausgangslage, denn 93 Prozent der Ein- und Auspendler/-innen wohnen im Einzugsbereich der 459 Bahnhaltestellen in der Ostregion. Im Gesamtbild zeigt sich, dass sich fast