Betriebe von der Bahn aus erreichbar sind und damit auch, wie nahe sie an der Bahn gelegen sind. Hier zeigen sich insbesondere die Pressburgerbahn und die KFJ-Achse mit rund 90 Prozent der Betriebe im nahen Einzugsbereich als besonders bahnaffin. Am S-Bahn-Kern und der Laaer Ostachse sind es rund 80 Prozent. Sehr ungünstig gelegen sind die Betriebsansiedelungen laut diesen Analysen an der Marchegger Ostbahn bei der weniger als 25 Prozent der Arbeitspendler/- innen ihre Arbeitsplätze in Raddistanz vom Bahnhof haben. Weit unterdurchschnittlich sind mit 42 Prozent auch die Pottendorfer Achse und die Ostachse mit 47, sowie die Mattersburgerbahn mit 52 Prozent. Verbesserungspotenzial Die Analysen der Pendelrouten sowie der Einstiegshaltestellen mit den größten gewichteten Pend- lerpotenzialen und den Zielorten je Bahnachse liefern sehr detaillierte Ergebnisse, wo die Pendler/- innen wohnen und wo ihre Arbeitsplätze (immer bezogen auf das Bahnnetz) liegen. Damit liegen objektive Argumente für optimale Durchbindungen und Umsteigerelationen vor. Als zwei wichtige Verbesserungsmöglichkeiten am S-Bahn System zeigen sich der Lückenschluss des S-Bahn- Ringes Wien Speising - Donauländebahn - Wien Kaisererbersdorf - Freudenauer Hafenbrücke - Wien Praterkai - Wien Handelskai. Gezeigt wird auch, dass eine Durchbindung der Pottendorferlinie ebenfalls Verbesserungen für die Pendler/-innen bringen würde. Alleine im Bereich der Bahnhöfe Wien Mitte und Wien Landstraße befinden sich die Arbeitsplätze von 20 Prozent der Einpendler/- innen der Pottendorfer Linie. Die Bahnachsen im Überblick Bei der Errechnung der Potenziale wurde einerseits untersucht wie viele Pendler/-innen an den Bahnhaltestellen wohnen und wie viele in den Einzugsbereichen arbeiten. Unterschieden wurde dabei auch zwischen einem Umkreis von drei Kilometern (also Fahrraddistanz) und einem weiteren Einzugsbereich von bis zu neun Kilometern, also Pkw-Erreichbarkeit. Die Personen wurden mit Wer- ten für das Dienstverhältnis und den Entfernungen zwischen Wohnort und Haltestelle bzw. Arbeits- ort und Haltestelle gewichtet. Die als gewichtete Pendlerpotenziale bezeichneten Werte geben also die Anzahl der potenziellen täglichen Bahnpendler/-innen wieder. Ebenfalls analysiert wurden die potenziellen Pendelrouten mit der Bahn, die sich aus den Zuordnungen der Wohn- und Arbeitsorte auf das Bahnnetz ergeben. Westen: An der Westachse wurden Potenziale von täglich über 37.700 Bahn-Pendler/-innen ermittelt. Diese Achse zählt damit nach dem S-Bahn-Kern und der Südachse zur drittstärksten Pendlerachse. Rund zwei Drittel der Pendler/-innen wohnen in Fahrraddistanz von den Haltestellen entfernt und auch fast 75 Prozent der Arbeitsorte befinden sich in diesen nähren Einzugsbereichen. Bei den Einpendler/- innen zeigt sich, dass nicht nur der Westbahnhof als Ziel für rund 2.000 Pendler/-innen relevant ist, sondern auch Ziele an der Stammstrecke und am Hauptbahnhof. Alleine im Einzugsbereich der Bahnhöfe Wien Praterstern, Wien Mitte-Landstraße und Wien Hauptbahnhof haben fast 2.000 Ein- pendler/-innen an der Westachse ihre Arbeitsplätze. Bei den Auspendler/-innen zeigt sich, dass 60 Prozent bzw. über 2.000 Pendler/-innen ihre Arbeitsplätze im Raum St. Pölten haben. An der West- achse gibt es zwar bereits rund 3.400 Fahrradabstellplätze, es wurde jedoch ein Bedarf von zusätz- lich 2.800 errechnet.