3Begriff der Kinderarbeit § 4. (1) Als Kinderarbeit im Sinne dieses Bun- desgesetzes gilt die Beschäftigung von Kindern mit Arbeiten jeder Art. (2) Als Kinderarbeit gilt nicht die Beschäftigung von Kindern, die ausschließlich zu Zwecken des Unterrichts oder der Erziehung erfolgt, und die Beschäftigung eigener Kinder mit leichten Lei- stungen von geringer Dauer im Haushalt. Beschränkung der Beschäftigung von Kindern § 5. Kinder dürfen, soweit in diesem Bundes- gesetz nicht anderes bestimmt ist, zu Arbeiten irgendwelcher Art nicht herangezogen werden. Beschäftigung von Kindern, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben § 5a. (1) Kinder, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, dürfen außerhalb der für den Schulbesuch vorgesehenen Stunden beschäf- tigt werden 1. mit Arbeiten in Betrieben, in denen aus- schließlich Mitglieder der Familie des Betriebs- inhabers beschäftigt sind, sofern es sich hiebei um Kinder handelt, die mit dem Betriebsinhaber bis zum dritten Grad verwandt sind oder zu ihm im Verhältnis eines Stief- oder Wahlkindes ste- hen sowie mit ihm im gemeinsamen Haushalt leben; Kinder, die mit dem Betriebsinhaber im dritten Grad verwandt sind, dürfen nur dann be- schäftigt werden, wenn ihr gesetzlicher Vertre- ter mit der Beschäftigung einverstanden ist, 2. mit Arbeiten einem Privathaushalt, 3. mit Botengängen, mit Handreichungen auf Sport- und Spielplätzen, mit dem Sammeln von Blumen, Kräutern, Pilzen und Früchten, sowie mit den diesen Arbeiten im einzelnen jeweils gleichwertigen Tätigkeiten, sofern es sich hiebei um leichte und vereinzelte Arbeiten handelt und die unter Z 3 angeführten Arbeiten weder in einem Betrieb gewerblicher Art geleistet werden noch ein Dienstverhältnis vorliegt. (Fassung BGBl I 79/1997) (2) Vereinzelte Arbeiten gelten dann nicht als leichte Arbeiten im Sinne des Abs 1, wenn bei deren Ausführung das dem Kind zumutbare Leistungsausmaß unter Berücksichtigung des durch das Alter und die persönliche Veranla- gung bedingten unterschiedlichen Leistungsver- mögens überschritten wird; dies wird beispiels- weise und im Sinne von Durchschnittswerten der Fall sein, wenn Lasten ohne mechanische Hilfsmittel bewegt oder befördert werden, die mehr als ein Fünftel des Körpergewichtes des Kindes betragen. (3) Kinder dürfen mit vereinzelten leichten Ar- beiten im Sinne des Abs 1 nur insoweit beschäf- tigt werden, als sie dadurch 1. weder in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit und Entwicklung noch in ihrer Sitt- lichkeit gefährdet, keinen Unfallgefahren und kei- nen schädlichen Einwirkungen von Hitze, Kälte oder Nässe und im Falle des Abs 1 Z 1 außer- dem auch keinen schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährlichen Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt, 2. im Besuch der Schule und in der Möglich- keit, dem Schulunterricht mit Nutzen zu folgen, nicht behindert und in der Erfüllung ihrer religiö- sen Pflichten nicht beeinträchtigt werden sowie 3. sowohl an Schultagen wie an schulfreien Tagen nicht mehr als zwei Stunden in Anspruch genommen sind, wobei die Gesamtzahl der dem Schulunterricht und den leichten Arbeiten ge- widmeten Stunden keinesfalls mehr als sieben betragen darf; nach Schluß des Unterrichts und bei geteiltem Unterricht nach Schluß jedes Un- terrichtsabschnittes ist ohne Anrechnung auf die für den Schulweg aufgewendete Zeit eine Stun- de arbeitsfrei zu halten, es sei denn, daß es sich ausschließlich um eine Beschäftigung mit einem Botengang handelt. (4) Die Beschäftigung von Kindern mit verein- zelten leichten Arbeiten im Sinne des Abs 1 ist verboten 1. an Sonntagen und gesetzlichen Feierta- gen, 2. in der Zeit zwischen 20 Uhr und acht Uhr, wobei auch der Zeitaufwand für den Weg zur und von der Arbeitsstätte nicht in diesen Zeit- raum fallen darf. Abschnitt 2